Patientenbeitrag

Es ist Anne Haupt lange schwer gefallen, ihre Herzerkrankung zu akzeptieren



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Am Anfang ist es schwer diese Krankheit zu akzeptieren. Also ich habe und ich glaube das tun sehr viele, viel gelesen und mich viel informiert. Und da habe ich eben auch gelesen, dass das ganz typisch ist. Es ist auch sehr typisch und das habe ich auch erlebt, dass man erst mal wahnsinnig wütend ist. Also ich war sehr wütend über meinen Körper, der mich jetzt so total im Stich gelassen hat. „Wie kann das sein? Ich kann jetzt nicht, der kann doch nicht…“ – also das hört sich jetzt ein bisschen dämlich an, aber so war die Gefühlswelt. „Wie kann mich mein Körper so im Stich lassen?“ Ich war so sauer, so wütend und das hat sich dann so peu à peu geändert. Ich wurde dann einfach nur traurig, als ich so erkannte, dass ich mir das selber angetan habe. Ja, das ist also wirklich heute noch etwas. Und das ist auch ganz typisch, diese Gefühlswelt. Also erst mal, dass man unheimlich wütend ist, dass jetzt diese Krankheit da ist. Das habe ich dann für mich verstanden, als man mir sagte, „Sie sind herzkrank, weil Sie Verengungen in den Herzkranzgefäßen haben“ und da habe ich gesagt: „Ich bin nicht herzkrank, meine Gefäße sind krank. Ich habe eine Gefäßerkrankung und keine Herzerkrankung.“ Ich habe das also lange von mir gewiesen. Erst, als ich meine Krankheit akzeptieren konnte, ist überhaupt erst die Voraussetzung da, dass man etwas tut. Und mir hat eben wirklich diese Aussage des amerikanischen Kardiologen Dean Ornish geholfen, der entgegen der klassischen Schulmedizin, obwohl er auch ein Schulmediziner ist, der sagte: „Leute, ihr könnt etwas tun. Ihr könnt sogar so viel tun, dass die Krankheit gestoppt wird und möglicherweise sogar zurückgeht.“ Und und das war für mich die Heilbotschaft.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 26.04.2012 geführt.

Anne Haupt ist 59 Jahre alt. Aufgrund einer familiären Vorbelastung ließ Anne Haupt vor acht Jahren ihr Herz untersuchen – eine KHK wurde festgestellt und drei Bypässe gesetzt. Bis dahin ein Bewegungsmuffel, fing Anne Haupt aufgrund der Diagnose an, regelmäßig Sport zu treiben und sich nach den fettarmen und vegetarischen Empfehlungen von Dean Ornish zu ernähren. Außerdem reduzierte sie deutlich Stress in ihrem Leben: Sie wurde früh berentet, machte eine Psychotherapie und arbeitet daran, sich die Probleme anderer nicht mehr zu sehr zu Herzen zu nehmen.

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