Patientenbeitrag

Mit Atemtechniken aus der Meditation bereitet Rainer Knopp sich auf anstrengende Gespräche vor



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Also es gibt viele Situationen früher aus meinem beruflichen Alltag, da war ich ja auch im Angestelltendasein. Es gab immer Menschen, die übergeordnet waren oder in der Hierarchie über mir waren und mir vorgegeben haben, wie ich zu arbeiten habe. Und das hat mich mit unter sehr ärgerlich gemacht, weil ich viele Dinge nicht wirklich eingesehen habe und ich sie beruflich nicht sinnvoll fand. Sie haben mich geärgert und ich bin mehr oder weniger in diesem Ärger geblieben. Und ich glaube, dass ich mittlerweile gelernt habe, zu sagen, „ja, so ist es“. Also ich gucke eine Situation an und sage, „okay, diese eine Sichtweise ist so und meine ist so und jetzt müssen wir mal gucken, dass wir uns dann einigen“. Also es geht den Schritt weiter und da fängt eher die Gelassenheit an, zu sagen: „Ich habe ja jegliche Möglichkeiten, Dinge zu klären oder zu entscheiden, bleibe ich darin oder nicht – egal in welcher Situation.“ Auch wenn ich jetzt selbstständig bin, aber angenommen ich wäre noch im Beruf, da wäre ich natürlich auch abhängig von meinem Vorgesetzten, damit ich diese Arbeit nicht verliere. Aber es gibt immer Wege, zumindest Möglichkeiten, stressige Situationen zu verändern. Davon bin ich ganz fest überzeugt und erlebe es ja auch immer in meiner Selbstständigkeit. Da gibt es ja auch nicht nur Sonnenschein. Man muss sich mit ganz vielen Dingen auseinandersetzen und da tut es mir richtig gut, immer wieder so Dinge, die ich in der Meditation erfahre, umzusetzen. Wie zum Beispiel, wenn ich weiß, es gibt ein sehr heftiges Gespräch, was vor mir liegt, dann weiß ich, bevor ich dann in dieses Gespräch gehe, atme ich dreimal tief bewusst ein und aus. Habe ich vorher nicht gemacht, bin rein und dann hat es auch meistens schnell geknallt. Wenn ich mich eher wieder auf mich besinne oder auf diesen inneren Prozess, dass ich mich wesentlich eher wieder fokussiere und sage, „so, jetzt bin ich wieder bei mir“ – und das erreiche ich durch die Atmung – dann gehe ich mit einem anderen Gefühl in so ein Gespräch. Und ich weiß auch, dass ein Gespräch nicht wirklich bedrohlich ist, nicht mehr werden kann. Aber das sind, glaube ich, Lebenserfahrungen, die natürlich irgendwie wachsen – dass kein Gespräch wirklich so schlimm ist, dass ich mich wirklich davor fürchten müsste. All diese Dinge, glaube ich, sind auch über die Jahre gewachsen. Nicht nur durch die Meditation – ich denke durch viele Reifungsprozesse so, die ich erlebe.

Rainer Knopp
Das Interview wurde am 02.05.2012 geführt.

Rainer Knopp ist 52 Jahre alt. Vor fünf Jahren wurden ihm zwei Stents gesetzt. Daraufhin setzte sich Rainer Knopp intensiv mit der Erkrankung auseinander und stieß auf das Therapie-Konzept von Dean Ornish. In Anlehnung an die Ornish-Therapie hat Rainer Knopp seine Ernährung auf fettarme, vegetarische Kost umgestellt, trifft sich regelmäßig mit anderen Patienten in einer Selbsthilfegruppe und geht mit seiner Partnerin ins Fitnessstudio. Durch tägliche Meditation und Atemtechniken gleicht Rainer Knopp Stress aus und arbeitet daran, gelassener zu werden.

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