Patientenbeitrag

Um Rückschlägen vorzubeugen, rät Uwe Siebert aus eigener Erfahrung, sich nicht zu überlasten



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Ja, ist sehr hart, wenn man vorher richtig körperlich gearbeitet hat. Da habe ich immer gesagt, „Schnee schieben ist doch… was jammert ihr denn alle so rum?“ Jetzt ist es mir auch passiert.

Weil es mir gut ging, bevor ich im April wieder drinnen lag. Ging es mir gut. Hab gesagt, ich kann die Welt wieder umreißen. Das Gegenteil war dann im April, wo ich dann in der Herzklinik wieder lag, wo mir dann gesagt worden ist, „ein Schritt zu weit gegangen“. Oder wie der Schneefall. Was machen wir mit fünf Kubikmetern Schnee? Man räumt ihn weg, man ist es so gewohnt, aber man muss sich einschränken. Es ist so. Wer nicht hören kann, muss fühlen. Naja ich konnte nicht hören.

Auch mit der Gartenarbeit und so – na Zeit lassen. Da wird eben die Rasenfläche gemäht, ich sag jetzt mal zehn Quadratmeter, dann brauche ich eben drei Tage für was, was ich früher in drei Stunden gemacht habe. Früher habe ich hier, Abbruchhammer, das und das wird weggerissen und heutzutage „Was machst du denn?“ – „Na das und das.“ – „Aber schön langsam.“ Und wenn eben nichts geht, dann geht eben nichts, dann mache ich eben nichts. Dann bleibe ich eben, dann gehe ich an den Laptop oder so und dann mache ich mir einen schönen Tag. Man muss auch nicht jeden Tag, man soll es eben nicht übertreiben. Aber wenn man das merkt, dann merkt man das und dann ist es vielleicht auch manchmal schon zu spät. Ich muss mich selber bremsen.

Ich kriege schlecht Luft, kein Atem. Und ab und zu tut es mal, sticht es so in der Herzgegend. Das ist dann schon ein anderes Anzeichen. Schritt zurück oder Schluss. Das ist wie beim Spazieren gehen: Wenn es nicht geht, geht es ein Schritt langsamer. Dann wird eben langsamer gelaufen. Meine Frau akzeptiert das, sagt nicht, „ich habe einen alten Mann mit“. Man muss sich wirklich einschränken. Man muss es vorm Auge haben: Man ist krank. Und die Bäume ausreißen wie vorher, das ist vorbei.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 07.02.2011 geführt.

Uwe Siebert ist 43 Jahre alt. Im Jahr 2009 erlitt er zwei Herzinfarkte. 2010 wurden ihm 5 Stents eingesetzt. Seinen körperlich anspruchsvollen Beruf in der Baubranche kann er seitdem nicht mehr ausüben. Damit umzugehen musste er erst lernen. Er hat seine Ernährung umgestellt und bewegt sich regelmäßig. Insgesamt hat er dadurch 14 kg abgenommen. Stress vermeidet er heute.

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