Patientenbeitrag

Friedrich Roth wollte unbedingt an seine früheren Aktivitäten anknüpfen



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Anfangs als ich Angina Pectoris hatte nach dem Herzinfarkt, da war man eingeengt in der Bewegung. Ich habe ja auch schon vorher Tennis gespielt und so weiter und sah jetzt, dass ich das nicht mehr kann. Ich bin danach mit dem Fahrrad gefahren und hatte nur eine leichte Steigung zu nehmen, da musste ich absteigen, das habe ich nicht geschafft. Und durch die Lebensumstellung und was ich alles geändert habe, kann ich heute wieder Tennis spielen. Ich fahre mit dem Fahrrad Berge hoch. Also ich sage mal, das Leben hat sich eigentlich im Wesentlichen zum Besseren hingewendet. Also der Erfolg, den ich sehe in der Beweglichkeit, der ist schon da. Ich könnte keinen Marathon laufen, das ist klar. Aber ansonsten tagtägliche Wege oder spielen mit den Kindern, Nachlaufen und so weiter, da habe ich also keine Probleme mehr, wo ich früher Probleme hatte. Das hat sich schon geändert. Und wenn ich dann so manche andere sehe, die einen Herzinfarkt hatten, die dann meistens auf der Couch sitzen und sagen, „mir tut alles weh“, aber die tun aber sonst nichts dafür… Ich würde sagen, der Erfolg ist eigentlich sichtbar. Zu früheren Zeiten, also vor dem Herzinfarkt, wenn ich da auf Mallorca war bei 30 Grad im Schatten, habe ich auch Einzel gespielt, was ich heute nicht mehr mache. Heute spiele ich nur noch Doppel. Das Einzel ist zu anstrengend. Ich darf bis 120 Watt gehen, wobei ich aber Betablocker nehme, eine halbe Tablette morgens, setzt das ja etwas runter. Ich habe früher immer einen Brustgurt getragen mit Pulsmesser. Den brauche ich heute nicht mehr, weil ich mich selber einschätzen kann, wann es genug ist, wann ich den Ball in der Ecke holen muss und wann ich ihn liegen lassen kann. Ich wollte mich wieder bewegen können wie auch früher. Ich wollte weiter Tennis spielen. Die haben zwar alle gesagt, „das ist zu anstrengend“, auch die Ärzte. Ich habe gesagt, „ich möchte das aber“. Und da habe ich immer noch Einzel gespielt anfangs – jetzt mache ich das nicht mehr. Das hat mich motiviert wieder da hinzukommen, wo ich einmal war. Und wie man sieht mit Erfolg.

Friedrich Roth
Das Interview wurde am 22.03.2012 geführt.

Friedrich Roth ist 70 Jahre alt. 1995 erlitt er einen Herzinfarkt. Seitdem ernährt er sich nach der Ornish-Diät, fährt bei gutem Wetter alle Wege mit dem Rad und macht täglich Yoga. Auf diese Weise hat er 20 kg abgenommen. Obwohl er seinen Lebensstil so grundlegend änderte, mussten ihm 2007 vier Bypässe gelegt werden. Die Ärzte bescheinigtem ihm jedoch, dass seine neue Lebensweise ihm vermutlich das Leben gerettet hat.

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