Patientenbeitrag

Die Herzsportgruppe hat für Karl Zierke mehrere positive Effekte



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Die Gruppe zieht einen mit. Wenn man alleine Sport betreiben würde, das macht man ein zwei Tage oder in einer Woche einmal und dann die nächste Woche wieder und dann hat man keine Lust mehr. Man hat keine Gesprächspartner. Ja, diese Gespräche untereinander, die sind wichtig. Erst mal ist man unter seinesgleichen. Hat man Probleme, kann man einen ansprechen, der schon zig Jahre im Sport tätig ist. Der kann einen aufklären. Gerade bei frisch Operierten, die haben Schmerzen im Bereich des durchtrennten Brustbeines. Die hat jeder und dann kann man helfend einwirken. Oder man kann eben fragen „Hattest du das auch?“ Und dann dieses Miteinander, wir leben ja alle mit der gleichen Krankheit. Einer hat Stents, der eine hat neue Herzklappen, der eine hat einen Herzschrittmacher, der eine hat ein neues Herz oder oder oder. Also wir leben nicht nach dem Motto „Höher weiter schneller“, sondern gemeinsam fröhlich und gesund. Und das ist ein Gesundungsprozess, das glaubt man manchmal gar nicht. Wenn man zusammen und fröhlich ist und so weiter, man vergisst vielleicht wenn man Sorgen hat. Man vergisst die, man lässt sie hinter sich. „Hier sind die alle fröhlich und warum soll ich mich dahin stellen und soll traurig sein? Nein, ich mach da mit.“ Dann machen wir Lockerungsübungen bevor wir anfangen, überprüfen unseren Ruhepuls. Der wird dann aufgeschrieben und dann nach diesen Lockerungsübungen machen wir Pezziball-Gymnastik oder mit Stöcken, mit Reissäckchen oder Spiele mit dem Ball. Bewegungsübungen, Hüpfen und Springen. Und das machen wir dann so circa eine Dreiviertelstunde. Dann wird wieder der Puls gemessen und dann wird ein Dauertest gemacht. Und dann kann man sehen, wer als Neuling dahin gekommen ist. „Wie war mein Ruhepuls vor acht Wochen? Wie ist mein Ruhepuls heute? Wie ist mein Trainingspuls vor und bei Beginn des Sports? Wie ist er nach 8 Wochen?“ Und wenn man dann die Leistungskurve sieht, wie viel das sich verbessert hat, dann macht es nochmal Spaß beim Sport teilzunehmen und dann möchte man nicht fehlen. Und einmal im Monat sitzen wir hier in diesem Sportheim zusammen. Dann wird gemeinsames Kaffeetrinken gemacht und dann werden die Dinge, die fröhlich machen, die werden dann erzählt. Und auch mal Diskussionen aus dem Umfeld und so kommt da immer Freude auf.

 

Karl Zierke
Das Interview wurde am 13.12.2011 geführt.

Karl Zierke ist 74 Jahre alt. Er hat mehrere Bypässe und eine künstliche Herzklappe. Seit der Herzerkrankung hat er seine Ernährungsweise deutlich umgestellt – er isst heute weniger, fettärmer und ausgewogener. Inzwischen treibt er regelmäßig Sport und hat sein Gewicht erheblich reduziert.

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