Patientenbeitrag

Auf dem Weg zu mehr Bewegung empfiehlt Anne Haupt, nachsichtig mit sich umzugehen und positive Verhaltensänderungen zu verstärken



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Es ist auch ganz wichtig, dass man sich Ziele setzt, die dann auch wirklich zu realisieren sind. Also um in einem Bild zu bleiben: Wenn man einen Berg besteigt, nicht immer auf den Gipfel gucken, „dort will ich hin“, das frustriert vielleicht eher, weil das so wahnsinnig überwältigend ist, „so einen Berg schaffe ich nie“, sondern immer erst auf die nächste Etappe, die ich erreichen will. Dass man das also so entwickelt. Und wenn man dann auf der Etappe ist, dann ist man schon wieder ein Stück weiter und dann ist der Gipfel nicht mehr ganz so weit weg. Also dass man einfach auch klug ist und für sich eine gewisse Klugheit entwickelt, die letztlich dann langfristig zum Ziel führt. Das ging nicht von heute auf morgen. Bei allem, wo man merkt, „ach, da hast du aber Widerstände“, sollte man auch gnädig mit sich sein. Ich glaube, das ist auch ein ganz wichtiges Wort. Ich glaube, ich war früher sehr ungnädig. Das ist auch ein Wesenszug, dieser Perfektionismus, „ich muss aber jetzt perfekt sein“. Das ist auch eine gewisse Gnadenlosigkeit, die damit verbunden ist. Also, dass man einfach auch ein bisschen gnädiger mit sich umgeht, wenn man nicht alles gleich sofort erfüllt und dass man sagt, „na gut, aber“, also dass man auch einfach das Positive sieht: „Ach, so ein bisschen hast du doch jetzt schon verändert, du bist doch auf dem Weg.“ Also das ist auch ganz wichtig, sich selber auch positiv zu verstärken, das Positive sehen und sich dann auch durchaus mal belohnen, wenn man etwas gemacht hat, wo man doch eher Widerstände hat, dass man dann etwas tut, was man gerne macht. Und ich denke, so habe ich das peu à peu geschafft, diese regelmäßige Bewegung zu integrieren in meinen Alltag. Auch da sollte man Geduld haben und wenn man jemand ist, der sich da schwer tut – es kommt aber! Also ich denke, das waren so meine Strategien, diese Bewegungslosigkeit zu überwinden. Und dann natürlich der Kopf, der mir sagt, „und denke daran, das stärkt das Herzkreislaufsystem, du tust dir etwas Gutes“. Und ich merke es ja auch, ich kann deutlich mehr.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 26.04.2012 geführt.

Anne Haupt ist 59 Jahre alt. Aufgrund einer familiären Vorbelastung ließ Anne Haupt vor acht Jahren ihr Herz untersuchen – eine KHK wurde festgestellt und drei Bypässe gesetzt. Bis dahin ein Bewegungsmuffel, fing Anne Haupt aufgrund der Diagnose an, regelmäßig Sport zu treiben und sich nach den fettarmen und vegetarischen Empfehlungen von Dean Ornish zu ernähren. Außerdem reduzierte sie deutlich Stress in ihrem Leben: Sie wurde früh berentet, machte eine Psychotherapie und arbeitet daran, sich die Probleme anderer nicht mehr zu sehr zu Herzen zu nehmen.

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