Patientenbeitrag

Die Unterstützung durch einen ebenso langjährigen Raucher half Christian Merk bei der Rauchentwöhnung



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Ich wusste genau, was auf mich zukommt. Und das hat mir sehr geholfen. Wenn man schwer depressiv ist, kann das ja auch schon wieder ängstigend sein. Die Erlösung aus der Depression ist die nächste Zigarette. Dann fängt der ganze Scheiß wieder von vorne an. Und das hat mir sehr geholfen, weil ich wusste ja, das kommt. Ich wusste, dass ich sehr schwere Entzugserscheinungen bekommen werde und ich habe mir auch gedacht, dass ich notfalls in eine Klinik gehe. Ganz einfach. Das hatte mir 20 Jahre vorher mein Allgemeinmediziner [gesagt], mit dem ich auch befreundet bin seit ewigen Zeiten, 35 Jahre glaube ich kennen wir uns gut. Und der hat mir gesagt, „wenn du das nicht schaffst mit dem Aufhören, dann stecke ich dich in die Klinik“. Der ist sehr nett damit umgegangen. Der war Anästhesist früher in der Klinik und hat bis zu 80 Rothändle geraucht, also er kennt sich aus damit. Das war für mich eine große Erleichterung, das zu wissen, der weiß, worüber er redet. Und der kommt nicht mit der moralischen Keule. Das war ganz wichtig. Das war sehr produktiv für mich, zu wissen, mein Arzt weiß, worüber er redet, der ist selber nikotinsüchtig und hat früher geraucht. Das war sehr erleichternd. Das war also, es gibt ja kein Wort, was glaube ich so häufig missbraucht worden ist, wie Solidarität, aber mir fällt eben nichts Besseres im Moment ein. Weil so ein Wort, das schafft so ein gemeinsames Grundgefühl. Wir wissen beide, worüber wir reden. Der eine hat es schon geschafft und der andere muss noch durch den Schlamassel. Und das zu wissen, ist gut.

Christian Merk
Das Interview wurde am 27.03.2012 geführt.

Christian Merk ist 64 Jahre alt. Bereits vor über 20 Jahren hatte Christian Merk eine akute Kardiomyopathie, welche der damals 38-Jährige durch eine umfassende Lebensstilveränderung innerhalb weniger Jahre in den Griff bekam. Vor vier Jahren jedoch wurde Christian Merk eine koronare Herzerkrankung diagnostiziert. Aufgrund vieler Jahre Rauchen leidet Christian Merk darüber hinaus unter einer schweren COPD. Er treibt für Herz und Lunge zweimal wöchentlich Lungensport, hat den Stress in seinem Leben reduziert und achtet – auch aufgrund seiner Diabetes – auf eine fleisch- und fettarme Ernährung. Durch seinen gesunden Lebensstil und die Rauchentwöhnung kann Christian Merk trotz seiner Krankheiten sein Leben genießen und seien Werte stabil halten.

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