Patientenbeitrag

Bei Atmen- und Meditationsübungen aus dem Qigong kann sich Anne Haupt besonders gut entspannen



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Auch hier gilt: Diese Entspannungstechnik finden, die einem selber liegt und wo man auch einen gewissen Spaßfaktor hat. Bei mir ist Yoga gar nicht so verkehrt. Also ich merke zumindest sehr, wie hier wirklich auch die Entspannung eintritt. Das ist vielleicht etwas, was man gleich empfindet, weil Yoga eine Stunde lang ist einerseits sehr lang, aber nach einer Stunde tritt eigentlich sofort oder auch schon früher die Entspannung ein. Das ist dann wirklich ein sehr kurzfristiger Erfolg. Also das Yoga ist natürlich auf uns Herzpatienten abgestimmt. Nicht alles an Yoga können wir tun und ist auch gut. Aber was wirklich meine Entspannungsmethode ist, ist nicht Yoga, sondern Qigong. Das ist aber sehr ähnlich. Der Unterschied von Qigong und Yoga ist, dass Qigong noch stärker mit der Vorstellungskraft arbeitet, das heißt mit Bildern. Und das sind so schöne Bilder, die entsprechen mir einfach. Das geht auch einher mit der Liebe zur Natur, weil die Natur hier mit einbezogen ist. Also beispielsweise gibt es da eine Übung, wo das Bild im Kopf entsteht, die Sterne pflücken und den Mond umfassen. Ich mache also so eine Hand- oder Armbewegung und dabei denke ich, „die Sterne pflücken und den Mond umfassen“. Also nur mal als ein Beispiel. Das ist etwas, was mir entgegen kommt, wo die Seele aufgeht. Ich habe mit Yoga allerdings auch eine Entspannungstechnik, wo diese Visualisierung – Ornish nennt es Visualisierung – auch mit dabei ist, aber sehr stark auf das Herz bezogen. Beispielsweise ist das verbunden mit Bewegung und Atem, einer bestimmten Atemtechnik. Wenn ich also eine bestimmte Bewegung mache, wo ich den Brustraum öffne und dann den Atem einfließen lasse, was ja gleichzeitig auch den Brustraum weitet, und mir dann dabei vorstelle, ich öffne mein Herz und meine Gefäße und mit dem Ausatmen, wie heißt es da so schön, geht die Plaque, die in den Gefäßen lagert weg, baut sich ab, verschwindet.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 26.04.2012 geführt.

Anne Haupt ist 59 Jahre alt. Aufgrund einer familiären Vorbelastung ließ Anne Haupt vor acht Jahren ihr Herz untersuchen – eine KHK wurde festgestellt und drei Bypässe gesetzt. Bis dahin ein Bewegungsmuffel, fing Anne Haupt aufgrund der Diagnose an, regelmäßig Sport zu treiben und sich nach den fettarmen und vegetarischen Empfehlungen von Dean Ornish zu ernähren. Außerdem reduzierte sie deutlich Stress in ihrem Leben: Sie wurde früh berentet, machte eine Psychotherapie und arbeitet daran, sich die Probleme anderer nicht mehr zu sehr zu Herzen zu nehmen.

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