Patientenbeitrag

Da es Ortwin Viererbe schwer fällt, komplett auf Fleisch zu verzichten, gönnt er sich ab und zu etwas Huhn oder Kaninchen



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Ganz große Fleischesser waren wir sowieso nicht, aber wir waren schon fleißig dabei. Wir haben auch schon mal eine Schweinshaxe gegessen und bei der Suppe wurde grundsätzlich Bauchfleisch reingelegt und das fette Fleisch wurde dann mit einer Schnitte Brot verzehrt. Das ist speziell sowieso bei uns gestrichen. Das machen wir seit der Herzoperation nicht mehr. Also wir rühren kein Schweinefleisch an und kein Rindfleisch. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, es gibt eventuell im Monat mal ein halbes Kaninchen oder mal ein bisschen Hähnchen. Das essen wir eventuell alle 14 Tage mal. Oder wenn wir einen Salat essen, dann essen wir auch ein bisschen Hähnchen dazu. Ich kann natürlich jetzt nicht so einen Haufen essen. Wenn ich es so mache, wie ich es früher gemacht habe – Teller voll, zwei große Stückchen drauf – das merke ich. Wenn ich Fleisch esse. Ich kann so einen Haufen Gemüse essen, da habe ich nichts. Aber wenn ich wirklich dann mal ausverschämt werde und esse zum Beispiel Pute und esse da zu viel von – einmal Weihnachten ist mir das passiert, da ging es mir hundeelend am nächsten Tag, hatte ich es mit dem Herzen. Das merke ich sofort.

Wenn zum Beispiel mein Schwager ein ganzes oder ein halbes Hähnchen gegessen hat, dann habe ich eventuell eine Brust gegessen. Das reichte mir. Aber die Haut nicht, die habe ich bewusst wegmachen können. Obwohl ich früher als junger Mensch das gerne gegessen habe. Da hat mir das Stückchen Brust genügt. Und ich genieße das dann schon bewusster, dieses Stückchen Fleisch, was ich dann da liegen habe.

Man muss diese kleine Tür sich selber öffnen. Damit man die Sache nicht ganz ablehnt und sagt: „Was machst du denn, ist das denn Lebensqualität?“Aber ich habe in den 90er Jahren schon Stress gehabt bei der Ernährung. Wenn ich gesehen habe, wie die schön Haxe gegessen haben und so – obwohl ich kein großer Haxenfreund war. Aber irgendwie haben die mir dann einen vorgeschmatzt. Das war dann nicht einfach, wenn ich dann mit meinem Salat da saß. Heutzutage kann ich das. Heutzutage bin ich stolz darauf, dass ich nur einen Salat esse. Esst ihr mal das Dicke. Ich esse nur einen Salat. Wenn ich gegessen habe und bin satt, dann bin ich nicht kaputt. Ich bin noch aktiv, ich bin nicht müde, ich fühle mich nicht voll. Gegenüber früher – weiß ich ganz genau. Wenn ich mal ein Stückchen Fleisch gegessen habe und Gemüse und die Kartoffeln. Ich habe nicht eine, anderthalb gegessen, ich habe vier Kartoffeln gegessen. Und diese ganzen Kohlenhydrate, die man dann reingestopft hat in sich, da war man doch Pappensatt.

Und deswegen, wenn man das erkannt hat, dann ist es auch einfach so zu leben. Nur Abwechslung muss man zulassen.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 11.08.2012 geführt.

Ortwin Viererbe ist 73 Jahre alt. Vor fast 20 Jahren wurden ihm 4 Bypässe gelegt. Seitdem ernährt er sich fett- und fleischarm und dafür mit viel Obst und Gemüse. Er führte regelmäßige Spaziergänge in seinen Alltag ein, nahm deutlich ab und ging vorzeitig in den Ruhestand. Dass seine Lebensumstellung erfolgreich war, zeigte sich drei Jahre später: Bei einer Kontrolluntersuchung stellte sich heraus, dass sich vermutlich durch die neue Lebensweise Kollaterale gebildet hatten und der KHK entgegenwirken. Ortwin Viererbe lebt seit 10 Jahren in Spanien.

 

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