Patientenbeitrag

Für Robert Lorenz bietet eine konsequent gesunde Ernährung mehr Lebensqualität als eine Portion Fleisch


Ich bewerte das also nicht. Wenn ein anderer das isst, freue ich mich. wenn es ihm schmeckt. Ich stelle für mich fest „das ist für dich gestorben“. Das gibt es also nicht mehr und ich esse meins. Es ist also kein großer Kampf, der da stattfindet oder dass mich das Überwindung kostet, dass ich fünfmal schlucken muss und mich an einen fremden Tisch setzen muss im Lokal, wenn das so ist. Im Gegenteil. Das ist ein Weg, um selbst für sich noch klarzumachen, was man jetzt möchte. Und ich weiß, ich würde gerne gesund leben. Und wenn das für mich nichts Gesundes ist, dann lasse ich das ganz einfach. Der Diabetiker sieht ja auch, dass am Nachbartisch vielleicht große Stücke Kuchen vertilgt werden. Und ich erkläre das denen, die mich dann immer nerven mit dieser Frage, „Ja warum denn?“ und „Iss doch nur“ und „Das ist doch eine ganz andere Lebensqualität. Wenn du weiterhin das essen würdest, was wir auch alle essen, weil es uns schmeckt. Und dir hat es doch auch in der Vergangenheit geschmeckt. Tu es doch einfach wegen dieser Lebensqualität.“ Das ist für mich aber nicht so große Lebensqualität. Ich erkenne für mich an, dass für mich Bohnen, Erbsen, Linsen jetzt meine Qualität sind. Insofern ist also dieses Sitzenbleiben auf dem Stuhl und sich nicht aufregen für mich so ein bisschen Bestätigung, dass ich meinen Weg richtig gehe und es richtig mache. Das geht sofort auf eine andere Ebene über. Das löst sich dann von dem Essen und von dem Bruch, der dann da ist und von dem Bild des Essens. Das hat dann eine tiefere Wirkung bei mir. Ich weiß, dass das, was ich jetzt mache, zu meinem Vorteil ist. Nehme ich mal an. Aber es ist der einzige Weg, der mir übrig bleibt. Folglich tue ich das dann auch.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 11.07.2012 geführt.

Robert Lorenz ist 71 Jahre alt. Vor zwei Jahren wurde bei ihm eine KHK festgestellt. Daraufhin wurden ihm drei Bypässe und später noch einmal zwei Stents gesetzt. Robert Lorenz orientiert sich in seiner Lebensstilveränderung an dem Programm von Dean Ornish und ernährt sich dementsprechend streng fettarm und vegetarisch. Er fährt regelmäßig Rad und macht täglich Herz-Yoga. Meditation und Progressive Muskelentspannung sorgen bei Robert Lorenz für den regelmäßigen Stressausgleich.

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