Patientenbeitrag

Bis sich der eigene Geschmack an die Umstellung der Ernährung gewöhnt, dauert es ein bisschen, weiß Rainer Knopp



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Da habe ich es mir im Grunde auch immer ganz gut gehen lassen. Zu Studienzeiten hatte ich nicht wirklich viel Geld und habe dann eher mal in der Pommesbude was gegessen als selber was zu machen. Weil irgendwie ich immer gedacht habe, ich habe keine Zeit und war auch ein bisschen träge und faul. Also es war auch immer die Tendenz zu Fast Food. Irgendwie hat sich so die Bequemlichkeit hat sehr breit gemacht und wurde dann irgendwann auch so zu einer Gewohnheit, die man vielleicht nicht so gerne zugibt an der Stelle. Das ist, glaube ich, das größte Problem: Die Ehrlichkeit mit sich selber. Man muss es ja nicht anderen so sagen, aber sich selbst gegenüber zu sagen: „Ja, ich bin träge, ich mache es nicht.“ Und damit muss man selber klar kommen. Eine Entscheidung muss auch sein, ehrlich mit sich selber umzugehen.

Es ist wirklich am Anfang eine Kopfsache und wenn man dran bleibt, dann ist das auch eine Art Gewöhnung, sich an diesen Geschmack tatsächlich zu gewöhnen. Auch wenn ich es jetzt an der Stelle wiederhole, aber es ist tatsächlich so, dass es mehr und mehr zu meinem Leben gehört. Also auch diese Geschmacksrichtung habe ich mir vorher nicht vorgestellt, weil ich das so schnell abgetan habe. Weil wenn man aus dem Vollen schöpft und an den alten Dingen festhält, die man so gerne gegessen hat, möchte man nichts Anderes zulassen. Wenn man es muss, kommt man trotzdem irgendwann mal in den Prozess, die Dinge vielleicht wirklich zu mögen und da gibt es immer mehr definitiv.

Rainer Knopp
Das Interview wurde am 02.05.2012 geführt.

Rainer Knopp ist 52 Jahre alt. Vor fünf Jahren wurden ihm zwei Stents gesetzt. Daraufhin setzte sich Rainer Knopp intensiv mit der Erkrankung auseinander und stieß auf das Therapie-Konzept von Dean Ornish. In Anlehnung an die Ornish-Therapie hat Rainer Knopp seine Ernährung auf fettarme, vegetarische Kost umgestellt, trifft sich regelmäßig mit anderen Patienten in einer Selbsthilfegruppe und geht mit seiner Partnerin ins Fitnessstudio. Durch tägliche Meditation und Atemtechniken gleicht Rainer Knopp Stress aus und arbeitet daran, gelassener zu werden.

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