Patientenbeitrag

Johann Raschke hat gelernt, auf Gefühle zu hören und sie zu zulassen



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Wir schauen hier Fernsehen. Ich sitze hier und habe einen Tempoverschleiß en masse. Meine Frau ist da anders. Sie erlebt das auch bewusst, aber ich sage dann immer, „Mein Gott nochmal, Heulsuse“. Das habe ich gelernt. Das habe ich wirklich gelernt. Ja früher, wenn ich dann so Filme sah, „Gefühlsduselei, das ist doch so ein Scheiß“. Das ist nicht mehr der Fall. Heute kommt es auf mich zu. Heute wird das verarbeitet. Heute bin ich eben anders als früher. Ich bin froh darum, wirklich. Ich lasse Gefühle zu, das ist der wesentliche Punkt, weil ich weiß, dass Gefühle bereichern. Gefühle sind mit das Schönste, was der Mensch letztendlich hat. Gefühllos sein, das muss schrecklich sein. Ich meine, ich war das früher. Ich fuhr mit meinem Sohn, den hatte ich hinten auf dem Fahrrad und keinen Kindersitz und nichts und da brachte er den Fuß ins Hinterrad rein und da hat er sich natürlich die Haut so richtig gepellt. Da fing er an zu weinen und dann habe ich, „sei still, da ist doch nichts“ so nach dem Motto gesagt. Heute würde ich sehr wahrscheinlich anders reagieren. Er weint und ich weine mit so ungefähr. So weit wäre ich heute und das ist auch richtig so. Das ist das, was den Menschen ausmacht.

Johann Raschke
Das Interview wurde am 22.03.2012 geführt.

Johann Raschke ist 71 Jahre alt. Vor fast 20 Jahren hatte er einen Herzinfarkt. Als vor 5 Jahren bei Johann Raschke Kammerflimmern auftratt, wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt. Johann Raschke hat seinen Lebensstil nach der Ornish-Therapie umgestellt, d.h. er ernährt sich weitestgehend vegetarisch und fettarm, nimmt an einer Ornish-Gruppe teil und macht täglich Yoga.

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