Patientenbeitrag

Gemeinsam mit seiner Partnerin verzichtet Uwe Siebert auf Alkohol – nicht zuletzt auch wegen der Einnahme von Tabletten



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Wenn man zu Hause ist so lange, da muss man nicht hier irgendwo… Weil ich kenne viele, die haben noch die Flasche in der Hand. Ich muss ja sagen, ich trinke ja gar keinen Alkohol mehr. Ich habe ja vorher auch Bier getrunken und alles, durch die Arbeit. Aber jetzt Schluss. Komplett. Klipp und klar, wegen der Tabletten. Ich kenne auch viele, die sind herzkrank, die nehmen die Tabletten und trinken Bier hinterher. „Wenn es so sein muss, muss es so sein“, hat mir jemand gesagt und da habe ich eben gesagt, „das muss nicht sein“. Kein Tropfen. Es geht. Man schafft es auch. Meine Frau trinkt eh keinen Alkohol und wenn sie wirklich mal, dann ist es ein Gläschen Mixgetränk oder ein Glas Sekt mal, aber sonst. War aber eine Zeit lang schwer. Es gab dann auch Leute in der Reha, die durften es, mit dem Rotwein oder ein Bier trinken. Man muss dann so eisern sein und dann sagen, ok, man geht dann lieber ins Bett oder guckt Fernsehen oder so. Man muss heutzutage, auch wenn man hier irgendwo zum Tanz geht oder eingeladen ist zum Geburtstag, man muss lustig bleiben. Mineralwasser und Zitrone. Das geht ja. Oder Kirschsaft, ein bisschen gemischt dann. Und das Bier, was hier steht – wenn jemand kommt, kriegt er auch ein Bier. Können sie alle Bier trinken hier, habe ich nichts dagegen. Das stört mich auch nicht.

Man sitzt ja auch irgendwo und dann sagen die, „Mensch, das Glas Rotwein, ein Herzkranker kann doch ein Glas Rotwein trinken“. Ich sage, „wenn ich kein Alkohol trinken darf, trink ich kein Alkohol und damit basta, da brauche ich nicht diskutieren“. Das wurde akzeptiert. Deswegen habe ich die anderen Alkohol trinken lassen. Ich sage: „Auf mich braucht ihr keine Rücksicht nehmen, ihr könnt euer Zeug da trinken. Ich gehe auch noch in den Keller, hol euch eine Flasche Schnaps. Könnt ihr auch noch trinken, alles weg, habe ich kein Problem damit.“ Na gut eine Zeit lang haben sie gesagt, „so viel Mineralwasser kann man gar nicht kaufen, das ist teurer als das Bier“… Aber es geht. M an muss wirklich über seinen Schatten springen.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 07.02.2011 geführt.

Uwe Siebert ist 43 Jahre alt. Im Jahr 2009 erlitt er zwei Herzinfarkte. 2010 wurden ihm 5 Stents eingesetzt. Seinen körperlich anspruchsvollen Beruf in der Baubranche kann er seitdem nicht mehr ausüben. Damit umzugehen musste er erst lernen. Er hat seine Ernährung umgestellt und bewegt sich regelmäßig. Insgesamt hat er dadurch 14 kg abgenommen. Stress vermeidet er heute.

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