Patientenbeitrag

An der Herzsportgruppe schätzt Roland Neuner vor allem die kameradschaftliche Atmosphäre



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Ich bin jetzt da in der Zwischenzeit – ich habe jetzt noch ein dreiviertel Jahr die Maßnahme, das sind jetzt schon fünf Jahre, der Arzt wird mir es mit Sicherheit auch nochmal verlängern, aber ich bin jetzt glaube ich da ein Stück weit unterfordert im Herzsport. Weil die fünf Jahre ist es in Ordnung und ich habe gestern mein neues Belastungs-EKG bewertet gekriegt vom Sportarzt und das hat sich wesentlich verbessert. Ich merke das aber auch selber bei Bewegungen, ich tu mich nicht mehr hart oder habe mehr Ausdauer. Ich bin jetzt vom Niveau her ein bisschen unterfordert vom Herzsport und das ist auch ganz gut so, weil ich mir jetzt denke, ich muss jetzt aktiv irgendwo eine andere Sportgruppe oder irgendwas wieder suchen. Aber ich habe halt dann auch wieder Angst, dass das dann irgendwo, ja da gibt es dann… Und das finde ich so genial an diesen Herzsportgruppen: Es muss sich niemand beweisen. Es ist ein gewisser Ehrgeiz da, es muss sich niemand beweisen, der Ehrgeiz geht soweit dass man den anderen nicht verletzt. Wenn ich in eine normale Sportgruppe gehe oder zum Fußball spielen oder was auch immer, dann ist immer ganz wichtig der Ehrgeiz, der im Vordergrund steht, „Ich muss jetzt da ein Tor schießen“ oder „Ich will“ und dann überfordert man sich selber und ist dadurch verletzungsgefährdeter. Aber auch die anderen gehen ganz anders auf dich zu mit der Grätsche oder sonst irgendwas, ohne dass man jetzt drauf schaut, „Ah, der hat ja Blutverdünnung, ich muss da aufpassen“ oder was auch immer. Und das ist im Herzsport richtig genial. Bloß es wäre schön, wenn es so eine Gruppe gäbe mit Menschen in meinem Alter, sodass man das Niveau noch ein bisschen höher setzen kann. Dann würde mir das eigentlich ganz gut gefallen. Jetzt ist es halt nach ein paar Jahren so, dass man unterfordert ist. Und deswegen halt ich das Niveau irgendwo immer, es ist nicht mehr so, sondern es wellt halt leicht hin und her. Aber es ist wichtig, dass man nach so einer Krankheit auch was tut. Und ich merke, viele sagen Sport ist Mord, aber ich merke, Bewegung tut einfach gut.

Roland Neuner
Das Interview wurde am 07.07.2011 geführt.

Roland Neuner ist 50 Jahre alt. Im Alter von 45 Jahren erlitt er nach einer Sportverletzung eine Lungenembolie, die bei Ihm zu Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern führte. Während seines Krankenhausaufenthalts beendete er das Rauchen. Er versucht im alltäglichen Leben Stress zu vermeiden und besucht regelmäßig eine Herzsportgruppe.

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