Patientenbeitrag

Wie lebe ich denn eigentlich? – Viele ungesunde Gewohnheiten lassen sich leicht ändern, weiß Hartmut Schwella



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Naja schwierig ist es, den alten Schlendrian abzulegen. Zum Beispiel, dass man eben fettes Fleisch nicht mehr so futtert. Einmal in der Woche reicht doch. „Schaffen Sie das?“ – „Was koche ich die andere Zeit?“, wird dann die Frage kommen. „Och“, sage ich „da gibt es doch noch ganz andere Sachen. Zum Beispiel machen Sie sich einen Eintopf, machen Sie Quark, machen Sie mal Spaghetti mit irgendwas weiß ich, aber ohne Fleisch. Das geht nämlich auch. Das schmeckt auch gut so. Sie tun was für Ihre Verdauung. Für Ihren Körper.“
Es sind schon Dinge, die man jetzt anders tut. Wo man sagt: „Früher hast du es so gemacht. Da hast du es viel laxer gehandhabt und nicht richtig. Jetzt machst du es mal richtig. Dauert ein bisschen länger, aber es ist ordentlich und super und so.“ Das ist dann so eine Quintessenz. Und so geht man mit sich selber auch um.
Man muss auch so sagen: „Es dauert Jahre, bevor das eine richtige, endgültige Wirkung hat. Es dauert seine Zeit und die Geduld dürfen Sie nicht verlieren. Aber fangen Sie mal an. Sie werden merken, Sie kriegen auch mehr Freude bei den Dingen, weil Sie bewusster bei sich selber sind.“ Solche Tipps würde ich geben. „Was mache ich denn eigentlich? Ist das gut für mich? Welche Folgen hat das?“ Dass er das mal verfolgt. „Sitze nur im Büro. Ich fahre mit der Bahn. Oder mit dem Auto. Wenn ich aussteige, sitze ich vor dem Fernseher und esse viel zu viel.“ Das Gefühl hat ja jeder irgendwie, aber man will es ja nicht wahr haben. Und wenn es dann auch niemand im Umfeld sagt, kriegt man es auch nicht mit. Aber wenn man erstmal irgendwie sich aus seiner Situation gedanklich löst und sagt, „na wie lebe ich denn eigentlich? Na das ist doch bestimmt nicht gesund“, dann beginnt man zu überlegen. „Naja gut, ich muss ja nicht das Auto nehmen. Ich kann ja da auch laufen. Oder ich kann das mit dem Rad machen oder mich bewegen. Oder wozu muss ich Fernsehen gucken? Dann lauf ich doch mal durch den Wald. Ich schaffe mir einen Hund an zum Beispiel.“ Also dass man bewusst klar wird: Wie lebe ich?

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.11.2011 geführt.

Hartmut Schwella ist 55 Jahre alt. Mit 54 Jahren wurden ihm mehrere Bypässe operiert. Seitdem hat er sein Arbeitspensum stark reduziert, seine Ernährung umgestellt und nimmt regelmäßig an einer Herzsportgruppe teil.

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