Patientenbeitrag

Hartmut Schwella hat gelernt, Dinge anzunehmen, ohne unzufrieden zu sein



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Man beginnt also irgendwo nicht mehr so so sorgenfrei, das ist aber falsch gesagt, so sorglos zu leben. Man macht sich Gedanken und sagt sich, „nee das ist nicht ok“. Aber es gibt andere Dinge, wo man sagt: „Das kannst du machen. Super, machst du, wunderschön. Egal, was die anderen dazu sagen. Das ziehst du einfach mal durch.“ Man bekommt eine andere Art des Lebensmutes. Also zumindest, wenn der Körper wieder richtig ok ist. Man hat auch dann die Kraft das zu schaffen. Wenn man noch einen Partner hat, der einen da noch unterstützt, umso besser ist es. Ich habe ja nun die Kinder, die ja mir sagen, „nee nee mach mal nicht so“. Hmm, da hört man so manche Wahrheiten. Aber auch die Kollegen sagen: „Du, du hast hier was hinter dir – fängst du wieder den alten Trott an?!“ Man wird also hingewiesen drauf. Und dann kommt bei einem ja selbst dann der Aha-Effekt und man sagt sich: „Ah du hast ja Recht. Machen wir es so.“ Man muss aber auch demütig sein. Dem Leben gegenüber. Und nicht hochnäsig. Eine ganz wichtige Eigenschaft. Wo man dann anfängt, viele Dinge bewusster zu sehen. Man soll auch dankbar sein. Dankbar, dass man was zu essen, zu trinken hat, ein Dach über dem Kopf hat. Das ist ja nun nicht selbstverständlich. Und vor allem dankbar, dass es Ärzte gibt, die einem zu diesem wieder sehr guten Leben verhelfen, dieser guten Lebensqualität. Das ist eine ganz wichtige Sache. Ich bin auch dankbar, wenn jemand anruft und sagt er hat mal ein Problem oder irgendwas. „Hmm ok, war schön.“ Also die Dinge annehmen. Das Wort ‚akzeptieren‘ würde ich da gar nicht verwenden, das heißt da mit rumdiskutieren und vielleicht doch machen aber mit Murren und so. Man muss bestimmte Dinge, man lernt es Dinge anzunehmen, ohne dabei unzufrieden zu sein.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.11.2011 geführt.

Hartmut Schwella ist 55 Jahre alt. Mit 54 Jahren wurden ihm mehrere Bypässe operiert. Seitdem hat er sein Arbeitspensum stark reduziert, seine Ernährung umgestellt und nimmt regelmäßig an einer Herzsportgruppe teil.

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