Patientenbeitrag

Rainer Knopp meditiert täglich und fokussiert so seine Gedanken



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Also jeden Tag mindestens so eine halbe bis eine Stunde meditieren. Und da ich mich schon längere Zeit für den Buddhismus interessiere, habe ich auch viele Seminare gemacht, die in diese Richtung gehen. Also es gibt ja verschiedene Meditationstechniken und das hat mich immer interessiert und angesprochen und das behalte ich für mich bei.

Also natürlich erst mal mit der entsprechenden Körperhaltung, dass man immer einen geraden Rücken hat, immer aufrecht zu sitzen, das ist natürlich das A und O bei der bei der Meditation und dass man eine gute Verbindung auch zum Boden hat – aufrechte Sitzhaltung und Körperkontakt auf jeden Fall mit den Knien und mit der Aufsitzfläche. Und dann ist es erst mal eine ganz wichtige Erfahrung zu schauen, wie viele Gedanken kommen mir, wenn ich meditiere? Und das ist eine Menge. Also wenn wir das einfach mal von innen beobachten, was uns tagtäglich oder in jeder Minute einfach an Gedanken durch den Kopf jagt, ist das schon erstaunlich. Und die Meditation zeigt das sehr sehr deutlich, was so in uns da passiert. Eine Möglichkeit oder eine Technik am Anfang ist, sich immer wieder auf den eigenen Atem zu konzentrieren. Also ganz bewusst einzuatmen und auszuatmen, immer wieder ganz bewusst wahrzunehmen: „Jetzt atme ich ein und aus.“ Das kann man auch verbalisieren, indem man für sich selber sagt: „Ich atme jetzt ein und wieder aus.“ Das ist erst mal nur eine Möglichkeit, um so ein bisschen die ganzen Gedanken, die einen den ganzen Tag beschäftigen zu fokussieren. Das heißt, man geht immer wieder, selbst wenn man merkt, „ah, ich muss das und das noch alles erledigen und das und das alles noch machen“, selbst wenn ich diese Gedanken habe, kann ich sagen: „Ich gehe zurück zur Atmung. Ich atme ein und aus.“

Also immer wieder so ein bisschen fokussieren die Gedanken, das ist so eine Möglichkeit und ich glaube, wenn Menschen sehr erfahren sind in der Meditation, dann brauchen sie diese Konzentration auf den Atem nicht oder nicht auf das Zählen oder auf bestimmte Affirmationen, sondern sie sitzen da und lassen alle Gedanken kommen und gehen. Aber das ist schon ein sehr, sehr weites Stadium bis dahin zu kommen. Und mir ist es dann immer ganz hilfreich, aus diesen verschiedenen Möglichkeiten mir immer das rauszunehmen, wozu ich gerade Lust habe. Manchmal sind es innere Mantras, die ich dann einfach nur sage oder mich wirklich auf die Atmung nur zu konzentrieren. Das ist dann auch sehr unterschiedlich. Immer gerade das, was mir gerade am nächsten ist.

Rainer Knopp
Das Interview wurde am 02.05.2012 geführt.

Rainer Knopp ist 52 Jahre alt. Vor fünf Jahren wurden ihm zwei Stents gesetzt. Daraufhin setzte sich Rainer Knopp intensiv mit der Erkrankung auseinander und stieß auf das Therapie-Konzept von Dean Ornish. In Anlehnung an die Ornish-Therapie hat Rainer Knopp seine Ernährung auf fettarme, vegetarische Kost umgestellt, trifft sich regelmäßig mit anderen Patienten in einer Selbsthilfegruppe und geht mit seiner Partnerin ins Fitnessstudio. Durch tägliche Meditation und Atemtechniken gleicht Rainer Knopp Stress aus und arbeitet daran, gelassener zu werden.

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