Patientenbeitrag

Um sich abzureagieren, schreibt Johann Raschke negative Gedanken ungefiltert auf



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Wenn mir irgendwas nicht gefällt, wird das notiert. Das heißt, wenn ich noch emotional aufgeladen bin, dann schreibe ich das nieder mit kurzen Worten, mit Datum versehen. Das muss sich ja irgendwie auszahlen, dass ich mal im öffentlichen Dienst war. Ja und das schreibe ich dann und wenn ich es geschrieben habe, lege ich das Ding weg und es ist gestorben. Nicht immer, nicht immer. Aber es beschäftigt mich nicht mehr. Ich würde sagen, das ist mein seelischer Abfalleimer. Das ist vielleicht gar nicht schlecht. Dieses „Mensch, du musst dich ja noch ärgern“, denkt man dann, da ist irgendwas, das noch nicht aufgearbeitet ist. „Du musst dich ja noch ärgern“. Das denkt man natürlich in dem Fall nicht. Aber es ist so im Hintergrund vorhanden. Nö. Warum? Wo steht das steht? Nirgends. Vorbei. Aus. Feierabend. Schluss. Das ist so ein Mechanismus, der da einsetzt. „Moment, warum ärgerst du dich? Du hast es doch da rein geschrieben. Es ist doch vorbei? Vorbei ist es doch.“ Ich habe eine Schwägerin, die ist in einer Burnout Klinik tätig. Und die hat mich mal besucht. Dummerweise lag da diese bewusste Kladder auf dem Tisch. „Was hast du denn da?“ Und da sagte ich „so und so, willst du mal?“ „Ja“ und da hat sie reingeschaut und da sagt sie, „Das ist ein Mülleimer. Das ist ein Mülleimer.“ Und seither hat sich das Wort bei mir verinnerlicht.

Johann Raschke
Das Interview wurde am 22.03.2012 geführt.

Johann Raschke ist 71 Jahre alt. Vor fast 20 Jahren hatte er einen Herzinfarkt. Als vor 5 Jahren bei Johann Raschke Kammerflimmern auftratt, wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt. Johann Raschke hat seinen Lebensstil nach der Ornish-Therapie umgestellt, d.h. er ernährt sich weitestgehend vegetarisch und fettarm, nimmt an einer Ornish-Gruppe teil und macht täglich Yoga.

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