Patientenbeitrag

Nach dem Herzinfarkt hat sich Rainer Knopp einer speziellen Herzgruppe angeschlossen, welche die Therapie von Dean Ornish umsetzt



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Es war für mich erst mal so, dass ich den ersten Impuls hatte, in so eine Herzsportgruppe zu gehen. Das liegt natürlich nahe, das ist das, was ich auch kannte. Ich habe dann aber parallel dazu viele Bücher über Buddhismus gelesen und in einem Buch wurde der Dr. Dean Ornish mal erwähnt, der hier in Deutschland ein Programm durchgeführt hat mit Herzpatienten und nachgewiesen hat, dass durch sein Programm Herzkranzgefäße, die sich verschlossen haben, sich auch wieder ganz normal weiten, also wirklich gesunden und regenerieren. Und das hat mich so angesprochen, dass ich mich im Internet ein bisschen da auf die Suche gemacht habe und bin dann zu einer Ornish-Gruppe gekommen über den Deutschen Wellness-Verband, die diese Ornish-Gruppe anbieten.

Also zum Programm selber, wie es auch hier in der Ornish-Gruppe angeboten wird, ist es erst mal, dass wir mit anderthalb Stunden Yoga starten und zwar Herz-Yoga. Also es ist nicht so mit Power und so, sondern schon bedächtig, nicht nur für ältere Menschen, sondern einfach für Herzpatienten wirklich wohl dosiert, aber sehr zur Ruhe kommend. Also das ist wirklich wunderbar, das gefällt mir auch sehr gut. Das ist so der erste Programmpunkt, Yoga. Danach sind wir in der Gruppe zusammen und jeder hat etwas zu Essen gebracht nach dem Ornish-Ernährungsprogramm, das heißt eben: Essen ohne Fett und irgendwelche tierischen Produkte. Und wir sind dann einfach gemeinsam beim Essen und das genießen wir dann sehr, weil wir dann schon mal so einen kleinen lockeren Austausch haben. Meistens auch über Rezepte, nicht nur Frauen, sondern wir Männer schließen uns dann manchmal sogar an. Und der dritte Part ist dann, dass wir nochmal ein Gespräch führen, so eine Stunde, anderthalb Stunden, was sich offiziell so nennt „Öffne dein Herz“. Also dass jeder da sein kann, wie er mag, und auch die Themen einbringen kann, mit denen er grade beschäftigt ist und das finde ich auch sehr sehr schön. Einerseits, weil wir viel voneinander erfahren, aber andererseits auch zu merken, wie geht jeder mit seiner Erkrankung um. Also es ist nicht unbedingt das Thema, aber ich finde es schon ganz wichtig, auch zu hören: „Ah ich mache schon seit zehn Jahren die gleichen Erfahrungen.“ oder „Mir tut das Programm gut.“ oder „Mir tut das und das gut.“ Aber, wie gesagt, auch private Dinge haben da viel Platz und das ist sehr angenehm.

Rainer Knopp
Das Interview wurde am 02.05.2012 geführt.

Rainer Knopp ist 52 Jahre alt. Vor fünf Jahren wurden ihm zwei Stents gesetzt. Daraufhin setzte sich Rainer Knopp intensiv mit der Erkrankung auseinander und stieß auf das Therapie-Konzept von Dean Ornish. In Anlehnung an die Ornish-Therapie hat Rainer Knopp seine Ernährung auf fettarme, vegetarische Kost umgestellt, trifft sich regelmäßig mit anderen Patienten in einer Selbsthilfegruppe und geht mit seiner Partnerin ins Fitnessstudio. Durch tägliche Meditation und Atemtechniken gleicht Rainer Knopp Stress aus und arbeitet daran, gelassener zu werden.

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