Patientenbeitrag

Der regelmäßige Austausch mit anderen Betroffenen hilft Rainer Knopp, mit Rückschlägen umzugehen



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Auch immer wieder zumindest die Bereitschaft, immer weniger Fleisch zu essen, also schon immer wieder ein bisschen auf die Ernährung zu achten. Ich kann es nur so sagen, dass es immer so ein bisschen gewesen ist, also die Fleischprodukte waren dann auch irgendwann fast weg, aber dann war trotzdem das Süße da. Also Süßigkeiten, Schokolade und so was zu essen. Und immer wieder gab es dann so Zeiten, wo ich gesagt habe, „ich will damit aufhören“. Aber die Umsetzung hat wirklich immer ziemlich heftig gehapert. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass sich das ein bisschen stabilisiert durch diese Ornish-Gruppe.

Insofern, weil ich es sehr genieße, dass da ganz liebe Menschen sind, die eigentlich auch die gleiche Problematik haben und das schon auch sehr lange – manchmal zehn, fünfzehn Jahre – und die aus ihrer Erfahrung heraus gesagt haben: „Naja, manchmal ist es mir auch schwer gefallen oder auch heute fällt es mir manchmal ein bisschen schwer, mich genau an dieses komplette Programm zu halten.“ Also erst mal diese Ehrlichkeit zu erleben, diese absolute Menschlichkeit, die genau hinter diesen Äußerungen steht, und trotzdem Menschen zu erleben in ihrem Bemühen darum, das zu tun. Und vor allen Dingen auch diese gewisse Gelassenheit, sich selber deswegen nicht zu strafen, sondern zu sagen: „Es ist halt so. Manchmal halte ich mich dran. Oder ich halte mich immer dran, aber manchmal habe ich auch meine Ausnahmen und gut ist.“ Und dann geht es nicht weiter in so eine Selbstbestrafung oder die Tendenz, wieder irgendwas erreichen zu wollen. Sondern sagen: „Ja, war so. Jetzt fange ich wieder da an und mache da weiter.“ All diese Erfahrungen dann zu hören, das ist auch so ein Eckpfeiler, der wichtig ist. Auch zur Motivation – zu merken: „Mensch, die Menschen halten sich daran und hier und da sind auch schon Tabletten reduziert worden.“ Es sind ja auch Lebenserfahrungen dieser Patienten, die dann gesagt haben: „Ja, mir hat es geholfen. Definitiv.“ Und den Menschen glaube ich das, das ist ja nochmal anders, als wenn ich das irgendwo lese. Ich begegne den Menschen, ich spüre ihre Echtheit, ihre Authentizität, und dann greift das viel tiefer, dass ich sage: „Ja, das ist ein Weg, den möchte ich auch weiter gehen.“

Rainer Knopp
Das Interview wurde am 02.05.2012 geführt.

Rainer Knopp ist 52 Jahre alt. Vor fünf Jahren wurden ihm zwei Stents gesetzt. Daraufhin setzte sich Rainer Knopp intensiv mit der Erkrankung auseinander und stieß auf das Therapie-Konzept von Dean Ornish. In Anlehnung an die Ornish-Therapie hat Rainer Knopp seine Ernährung auf fettarme, vegetarische Kost umgestellt, trifft sich regelmäßig mit anderen Patienten in einer Selbsthilfegruppe und geht mit seiner Partnerin ins Fitnessstudio. Durch tägliche Meditation und Atemtechniken gleicht Rainer Knopp Stress aus und arbeitet daran, gelassener zu werden.

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