Patientenbeitrag

Wenn Johann Raschke sich aufregt, lenkt er sich gezielt mit positiven Gedanken ab



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Zum Beispiel war ich vorgestern einkaufen und da fuhr ich mit meinem Auto auf so ein Treppengeländer zu. Davor habe ich im letzten Moment gesehen, dass da etwas lag. Und da hörte ich es aber schon knirschen. Da hatte jemand einen kaputten Wäscheständer hingelegt. So und jetzt kommt der [eigener Name], der steigt aus dem 13 Jahre alten Auto. Und da sehe ich einen Kratzer. Da merke ich, kriege ich einen dicken Hals. Da merke, dass ich nicht frei bin. Da mache ich auch keine Fäuste insgeheim. Da kriege ich schon mal einen leichten Rappel. Jetzt kann man sagen, „Ja, typisch deutsch, Auto – wichtiger als eine Frau“. Dem ist nicht so. Ich ärgere mich auch weniger über den Kratzer, als viel mehr über die Unverschämtheit so ein Teil da hinzulegen. Darüber ärgere ich mich mehr. Also da ist die Emotion einfach zu stark. Aber der Gedanke, Stress aus dem Wege zu gehen, den hast du. Du drehst dich um, guckst irgendwo woanders hin und du denkst dir, „Menschenskinder, morgen Abend gehst du ins Theater. Toll, da freust du dich schon drauf“. Das heißt: Ausblenden. Dieser Pawlowsche Reflex, der bringt es nicht. Das ist ein Automatismus, den ich nicht gutheiße. Da kommt wieder das, was ich vorher sagte: Man muss auch mal etwas tun, was der andere nicht erwartet. Das heißt aber nicht, dass ich nicht stinkig war. Ja das ist im Grunde auch eine Unverschämtheit. Aber es ist halt so. Du kannst es nicht ändern. Und dann lass es doch, mein Gott nochmal. Lass es doch einfach. Du denkst an etwas Schönes.

Johann Raschke
Das Interview wurde am 22.03.2012 geführt.

Johann Raschke ist 71 Jahre alt. Vor fast 20 Jahren hatte er einen Herzinfarkt. Als vor 5 Jahren bei Johann Raschke Kammerflimmern auftratt, wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt. Johann Raschke hat seinen Lebensstil nach der Ornish-Therapie umgestellt, d.h. er ernährt sich weitestgehend vegetarisch und fettarm, nimmt an einer Ornish-Gruppe teil und macht täglich Yoga.

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