Patientenbeitrag

Um regelmäßig Rad zu fahren, entschied sich Gerhard Möhring für einen ungewöhnlich Weg – er trägt nun Zeitungen aus



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Ich habe es so geregelt, weil ich zwangsweise Fahrrad fahren muss: Ich habe mich darauf eingelassen, Zeitungen auszutragen. Und das kann ich nur mit dem Fahrrad. Weil schon alleine von der Entfernung kann ich das nur mit dem Fahrrad. Ich hätte mich wahrscheinlich nie auf das Fahrrad gesetzt und hätte gesagt, „jetzt fahre ich am Tag meinetwegen zehn Kilometer“. Nein, das ist des Menschens Wille, die Faulheit. Das macht man nicht. Wenn ich mit dem Fahrrad in den Garten fahre, ich habe es nicht weit, sind das zehn Minuten mit dem Fahrrad. Das ist keine Entfernung. So also bin ich jeden Tag von Montag bis Samstag gezwungen, mich früh um zwei auf das Fahrrad zu setzen und Fahrrad zu fahren. Das ist doch toll. Und das bei Wind und Wetter. Sie beugen Erkrankungen vor, allgemein, Grippe oder was weiß ich, weil Sie bei jeder Witterungslage draußen sind. Die Abwehrstoffe des Körpers werden gefördert. Ja, das ist doch toll. Und für das Herz ist es gut. Das belastet den Körper unheimlich. Und sie merken es dann. Wenn ich nach Hause komme nach der Zeit und der Belastung, schnaufe ich erst einmal, muss ich ganz ehrlich sagen, ganz schön. Aber ich merke dann auch, wenn so die Ruhephase kommt und wenn ich dann runter fahre, das ist unheimlich gut. Da könnte ich Bäume ausreißen. Ich bräuchte nicht mal ins Bett gehen. Ich bräuchte mich gar nicht hinlegen. Ich bin dann so, dass ich irgendwie jede Arbeit machen könnte. Das ist sagenhaft. Also es ist auf jeden Fall anders, wenn ich zum Beispiel das Wochenende habe und dann am Sonntag meine Ruhe habe. Und dann fühlt man sich automatisch anders. Dann essen Sie da etwas und da etwas durch diese Ruhe und durch die fehlende Belastung und nichts. Das ist nicht gut. Das ist überhaupt nicht gut. Man merkt das auch, man fühlt sich nicht wohl. Es geht immer über eine Strecke: belasten, belasten, belasten. Jedenfalls nicht überbelasten, aber immer irgendwo in Funktionalität zu sein. Dass man sagt, „jetzt bis dahin und ich mache ich das“. Und dann fühle ich mich auch dementsprechend. Und ich tue mir und meiner Pumpe etwas Gutes.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.02.2012 geführt.

Gerhard Möhring ist 62 Jahre alt. Vor 9 Jahren erlitt er einen schweren Herzinfarkt, auf den drei Jahre später ein weiterer folgte. Daneben kämpft Gerhard Möhring seit 9 Jahren mit einer Krebserkrankung und Diabetes. Aufgrund seiner Erkrankungen wurde er frühberentet. Einmal wöchentlich nimmt Gerhard Möhring an einer Herzsportgruppe teil. Um sich darüber hinaus zu regelmäßiger Bewegung zu zwingen, fährt er jede Nacht Zeitungen mit dem Fahrrad aus. Auch sein Gewicht hat Gerhard Möhring deutlich reduziert. Er isst heute weniger und kalorienärmer.

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