Patientenbeitrag

Christian Merk hat während seiner Rauchentwöhnung schädliche Handlungsmuster aufgegeben und diese mit gesunden neu besetzt



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Schluck Wasser. Nimmt zumindest für eine Minute oder zwei diesen Japs weg. Das ist ein simpler Trick. Kein Mensch kann das heute physiologisch erklären. Es ist aber so. Und dann der Verzicht auf Kaffee oder so Sachen. Dieses Entkoppeln, die üblichen Verhaltensroutinen, wie einen Kaffee trinken und Zigarette rauchen, nach dem Essen einen Kaffee trinken und eine Zigarette rauchen. Oder ich hatte das Problem mit Telefonieren: Immer wenn ich telefoniert habe oder eine Anruf bekam, habe ich eine Zigarette angemacht. Und für den Geist ist das ja eine wunderbare Sache. Die erste Form der Kontaktaufnahme ist das Saugen an der Mutterbrust. Und da muss ich offenbar irgendwas verpasst haben. Die erste Form der menschlichen Kommunikation ist das Saugen. Und warum, wenn das Telefon klingelt, der Japs auf eine Zigarette dann plötzlich da ist, ist zumindest von der sehr frühen Lernerfahrung her leicht verstehbar. Das zu wissen, ist ganz lustig. Es ist aber auch nützlich, weil ich weiß, wenn jetzt das Telefon klingelt, dann geht der Japs wieder los und das vorher zu wissen, das ist manchmal ganz gut. Und das war zu lernen, ohne Zigarette zu telefonieren beispielsweise. Oder ein Gespräch – es ist ja unter Rauchern auch ein Gesprächsanfangsritual, erstmal eine Zigarette auszutauschen. Das hat ein bisschen nachgelassen in den letzten Jahren, aber das war früher ritualisiertes Alltagsverhalten. Und insofern hat es ja auch nicht nur symbolische Bedeutung. Das wird eben praktiziert und hat sehr viel mit Kommunikation zu tun. Und das zu lernen, ohne Zigarette Kommunikation zu betreiben, das war für mich eine ganz große Schwierigkeit. Es war sehr schwierig, das zu entkoppeln. Also dass wir hier sitzen und ich mir nicht pausenlos eine Zigarette nach der anderen anmache, hängt natürlich mit der Erkrankung zusammen. Sonst hätte ich kein Motiv gehabt, das aufzuhören. Ja, ohne Erkrankung würde ich heute noch rauchen.

Christian Merk
Das Interview wurde am 27.03.2012 geführt.

Christian Merk ist 64 Jahre alt. Bereits vor über 20 Jahren hatte Christian Merk eine akute Kardiomyopathie, welche der damals 38-Jährige durch eine umfassende Lebensstilveränderung innerhalb weniger Jahre in den Griff bekam. Vor vier Jahren jedoch wurde Christian Merk eine koronare Herzerkrankung diagnostiziert. Aufgrund vieler Jahre Rauchen leidet Christian Merk darüber hinaus unter einer schweren COPD. Er treibt für Herz und Lunge zweimal wöchentlich Lungensport, hat den Stress in seinem Leben reduziert und achtet – auch aufgrund seiner Diabetes – auf eine fleisch- und fettarme Ernährung. Durch seinen gesunden Lebensstil und die Rauchentwöhnung kann Christian Merk trotz seiner Krankheiten sein Leben genießen und seien Werte stabil halten.

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