Patientenbeitrag

Die ersten rauchfreien Wochen sind Roland Neuner durch die lange Zeit im Krankenhaus leicht gefallen



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Ich bin dann ins Krankenhaus gekommen und habe die 14 Tage – vier, sechs Wochen, knapp sechs Wochen waren es, dass ich im Krankenhaus war – eigentlich das Rauchen aufgehört. Als ich auf der Intensivstation war, war ich sowieso vollgepumpt mit Valium, und irgendwann, war recht nett, also da habe ich bloß eine Nummer gekriegt und war dann auf Station und durfte mich nicht bewegen, also ich bin auch gar nicht zum Rauchen gekommen. Und dann hat so nach den 14 Tagen irgendwo dieser Nikotinspiegel losgelassen. Das heißt also, es hat nur noch Situationen gegeben, also diese Ritualsituationen wie Kaffee trinken, da fehlt jetzt was dazu, oder nach dem Essen, da fehlt jetzt was dazu. Also diese Ritualhandlungen, wo man dann immer – oder bei einem Glas Wein, das hat man nie genießen können, wenn nicht eine Zigarette dabei war. Oder Bier. Und das habe ich dann in der ersten Zeit vermieden und habe halt dann gesagt, „Ok, jetzt habe ich die 14 Tage hinter mir“. Als ich auf Reha war, waren ein paar Kollegen dabei mit Herzinfarkt in meinem Alter, und da haben die Ärzte auch gesagt, sie sollen auch besser das Rauchen sein lassen. Und die sind dann ins Bräustübl gegangen und das Thema war für sie dann durch. Ich musste mich da dann im Endeffekt wirklich absondern, weil sonst – ich war froh, dass ich die drei Wochen, die vier Wochen, jede Woche länger ohne Rauchen ausgehalten habe und das war dann für mich ein Stück weit eine innere Motivation, das jetzt endlich komplett durchzuhalten. Und in der Zeit hat auch meine Frau das Rauchen wieder aufgehört und das hat natürlich dann auch ein Stück weit geholfen, dass man also nicht mehr mit dem ganzen Thema in Kontakt gekommen ist. Das war eigentlich dann die Voraussetzung, dass man das dann auch geschafft hat. Also wenn ich jetzt irgendwo so ein Kneipengänger gewesen wäre oder noch viele Freunde gehabt hätte – also unser Freundeskreis hat auch das Rauchen aufgegeben, also die haben es schon vorher geschafft – dann weiß ich nicht, ob ich die Kraft dann hinterher wieder gehabt hätte, das durchzuhalten. Aber so hat man das im Endeffekt mehr oder weniger wegstecken können, weil das hat man dann langsam vergessen. Ich habe aber, ich glaube zwei Jahre oder zweieinhalb Jahre, ich habe lange gebraucht bis ich richtig davon loskomme. Also das hat sehr lange gedauert. Hat immer wieder Situationen gegeben, auch beim Auto fahren oder sonst irgendwo, wo man durchatmet, „Oh jetzt, wo ist ein Automat?“, so ungefähr. Und wenn man sich da dann nicht im Griff hat, dann kann es ganz schnell wieder gehen.

Roland Neuner
Das Interview wurde am 07.07.2011 geführt.

Roland Neuner ist 50 Jahre alt. Im Alter von 45 Jahren erlitt er nach einer Sportverletzung eine Lungenembolie, die bei Ihm zu Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern führte. Während seines Krankenhausaufenthalts beendete er das Rauchen. Er versucht im alltäglichen Leben Stress zu vermeiden und besucht regelmäßig eine Herzsportgruppe.

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