Patientenbeitrag

Gesund werden kann man nur, wenn man sich nicht nur für andere, sondern auch für sich verantwortlich fühlt, weiß Christa Lorei



War der Beitrag hilfreich?
Text ein- und ausblenden

Man kann vielleicht in einem Satz zusammenfassen: Wer sich selbst nicht liebt, kann andere nicht lieben. Das ist etwas anderes, was die dann machen. Liebe entsteht zuerst hier und dann fließt sie über für die anderen. Das habe ich lange nicht gewusst und nicht verstanden, als ich es gehört habe. Und es ist Knochenarbeit am Anfang. Man muss sich immer wieder daran erinnern. Denn auch da stehen die Gewohnheiten entgegen. Und das Ego, das in der westlichen Gesellschaft so hoch gepriesen wird, ist das Haupthindernis. Ich erinnere mich aktiv daran. Ich habe natürlich auch viel gelernt durch Lehrer, die diesen Weg schon gegangen sind oder auch gehen, vielleicht schon ein Stückchen weiter sind. Diese eine Technik ist eben dieses, sich selbst mit ins Bild zu nehmen. Also nicht, „Was brauchen die anderen?“, denn das ist unsere christlich inspirierte Form von Selbstlosigkeit. Selbstlosigkeit beinhaltet aber nicht, sich um alle zu kümmern, nur nicht um sich selbst. Dazu neigen aber viele Menschen. Sondern sich um alle gleich zu kümmern. Und weil ich speziell für meinen Körper oder für dieses Körper-Geist-System verantwortlich bin, habe ich dafür noch ein bisschen mehr Verantwortung. Es gibt buddhistische Lehrer, die sagen, „kümmere dich um dich selbst“ oder „übernimm die Verantwortung für dich selbst, dann brauchst du für niemanden sonst Verantwortung zu übernehmen“. Das ist nicht sofort verständlich, aber es ist wirklich wahr. Wer Verantwortung für sich übernimmt, vergisst die anderen gar nicht. Das ist wirklich eine neue Dimension für mich gewesen, die ich mühsam immer wieder erinnern und daran arbeiten muss. Das fällt mir wirklich sehr schwer oder fiel mir schwer, aber wenn man dann einmal in Bewegung geraten ist, wird es immer leichter.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

Alle Beiträge von Christa Lorei

Schlagworte:

Neuen Kommentar verfassen






* Pflichtangaben