Patientenbeitrag

Obwohl sich Gerhard Möhring anfangs stark zum Sport überwinden musste, kann er sich nun ein Leben ohne Sport nicht mehr vorstellen



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Am schwierigsten? Mich zu bewegen, eindeutig. Am schwierigsten war es sich zu bewegen. Ich wäre aus blanker Faulheit oder von der Einstellung her nie auf die Idee gekommen, dahin zu gehen. Wenn die Frau nicht gesagt hätte, „du gehst dorthin“, wäre ich nie dahin gegangen. Die Motivation selber hat dazu gefehlt. Das war eindeutig. Man kann es auch besser haben. Man kann es auch leichter haben. Ob das für einen nun gut war oder nicht, das hat einen ja nicht interessiert. Das interessiert erst dann, wenn Sie es machen. Und dann kommen Sie selber auf die Idee und sagen, „okay, das ist richtig, das ist gut“. Es ist ja auch so, man hat sich ja in den Jahren an irgendeinen Lebensrhythmus gewöhnt. Man nimmt nicht mehr alles so, wie das vielleicht mal vor 30 Jahren war oder was weiß ich denn. Das ist so. Also muss man froh sein im Endeffekt, dass man da drauf gebracht wird, Sport zu machen oder so, wo man selber nicht drauf gekommen wäre. Ich bin froh darüber, dass ich das gemacht habe. Das ist der einzige positive Grund eigentlich, dass ich den Schritt gegangen bin und gesagt habe, „ich nehme das an, dieses Angebot oder diese Hinweise, gehe dorthin und mache das“. Etwas Besseres kann einem nicht passieren. Und den Schritt möchte man dann auch nicht mehr rückwärts gehen, weil man gesehen hat, dass da irgendwo etwas Positives dabei raus kommt. Dass ich etwas für mich getan habe, die Hinweise dann auch noch positiv angekommen sind. Das spielt doch alles eine Rolle dabei. Das ist doch alles so eine Sache, wo man sagt, „bist du ein Idiot gewesen“. Naja, war so. Und das sollte jeder machen. Alle, die so etwas haben, die sich leider mit solchen Problematiken beschäftigen müssen, sollten das machen. Das habe ich von Anfang an gesagt. Also ich wäre nie auf die Idee gekommen. Ich hätte nie gedacht, dass das für mich so positiv ist.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.02.2012 geführt.

Gerhard Möhring ist 62 Jahre alt. Vor 9 Jahren erlitt er einen schweren Herzinfarkt, auf den drei Jahre später ein weiterer folgte. Daneben kämpft Gerhard Möhring seit 9 Jahren mit einer Krebserkrankung und Diabetes. Aufgrund seiner Erkrankungen wurde er frühberentet. Einmal wöchentlich nimmt Gerhard Möhring an einer Herzsportgruppe teil. Um sich darüber hinaus zu regelmäßiger Bewegung zu zwingen, fährt er jede Nacht Zeitungen mit dem Fahrrad aus. Auch sein Gewicht hat Gerhard Möhring deutlich reduziert. Er isst heute weniger und kalorienärmer.

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