Patientenbeitrag

Durch den Herz-Sport kann Ronald Dietrich kontrolliert seine Leistungsgrenzen austesten



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Bis zu dem Zeitpunkt der OP kennt man ja praktisch keine Grenze, außer dass man Muskelkater hat oder nicht mehr kann oder keine Luft kriegt. Die Grenzen wieder zu erreichen oder nahezu zu erreichen, das ist ein Hauptziel gewesen, mal zu sehen, ob man überhaupt wieder [kann] nach den Einschränkungen, mit denen man aus der Klinik nach einer Operation entlassen wird. Das beginnt bei bestimmten Tätigkeiten über Kopf, das beginnt bei maximalen Belastungen gewichtsmäßig und dann auch dieser maximale Puls. Einfach mal zu sehen, wie man denn seine Leistungen, die anfänglich ja doch sehr eingeschränkt sind, um das Herz nicht sofort wieder zu überlasten, wie man dann mitkriegt, dass das also doch langsam aber sicher sich alles wieder einigermaßen [verbessert] bis hin fast zu den Leistungen, die man vor so einer Operation durchführen konnte.

Und dann merke ich, „aha, ja, doch es geht dies und jenes wieder und du kannst wieder eine größere Runde mal laufen“. Im Sommer machen wir dann auch noch so ein bisschen Walking, so zwei, drei Runden, das sind so am Stück 1,4 Kilometer, wenn wir drei Runden laufen. Das weiß man das auch mal wieder, das geht auch noch. Da wird ja auch der Puls vorher gemessen und danach und der Blutdruck mal kontrolliert, so dass man mal bisschen auch einfach weiß: „Was kann ich mir noch zumuten, was kann ich mir nicht mehr zumuten? Oder was schaffe ich einfach nicht mehr?“ Das wüsste ich sonst gar nicht.

Es finden ja auch bei dem Sport ständig wieder Kontrollen statt, dass also immer mal wieder gesagt wird, „jetzt bitte mal den Puls messen“ – was man ja zu Hause möglicherweise… ich habe ein Blutdruckmessgerät, fragen Sie mich mal, wie viel Tage ich das nach der OP noch benutzt habe und wenn wir jetzt gucken würden, wie lange es schon wieder unbenutzt ist. Wenn ich zum Herzgruppensport gehe, mache ich die Messung vor dem Sport und eine nach dem Sport, so dass man da auch noch mal sieht: „Was hat sich getan? Wie weit bist du in deiner halben Stunde oder Stunde gekommen? Wo bist du?“ Und so bin ich gezwungen, so habe ich auch mal einen Überblick für mich selber.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 02.07.2012 geführt.

Ronald Dietrich ist 69 Jahre alt. Vor etwa 10 Jahren wurden ihm zwei Bypässe gelegt und eine neue Herzklappe eingesetzt. Daraufhin hat Ronald Dietrich das Rauchen aufgehört und sich bei einem Gesundheitssportverein angemeldet und spielt seitdem zweimal pro Woche mit anderen Herzpatienten Volleyball. Auch bei der Ernährung hat der heute 69-Jährige einiges verändert: Ronald Dietrich isst mittlerweile fett- und fleischärmer, trinkt keinen Alkohol mehr und isst regelmäßig Fisch.

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