Patientenbeitrag

Nicht nur die professionelle Anleitung in der Sportgruppe sondern auch das Gruppenfühl sind für Gerhard Möhring wichtig



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Im Großen und Ganzen ist nichts besser als sich zu bewegen. Ich freue mich jeden Montag darauf, dass ich dahin gehen kann. Ja, jeden Montag. Meine Tasche steht schon immer gepackt da. Und dann gehe ich Montagabend, da geht das los. Sie haben einmal den Sport, sodass sie testen können, wie weit können Sie gehen? Sie haben eine Anleitung beim Sport – was Sie zu Hause auf keinen Fall haben. Schon die Möglichkeiten haben Sie nicht dazu. Dort haben Sie die Anleitung. Wenn Sie nicht können, lassen Sie es sein. Und die dritte Sache ist die: Sie sind unter Menschen. Und das ist ein wesentlicher Punkt, immer unter Leuten zu sein. Und das ist egal wie. Ich sage mal, in der Sportgruppe sind wir ungefähr 20 Mann. Das ist eine reine Männergruppe, alle haben Herzprobleme. Ja, das ist normal. Klar, das ist ja eine Herzsportgruppe. Und wir tauschen uns stellenweise aus, wie es wem ergeht. Und das Persönliche, dieser Kontakt, den man dann hat, das baut auf. Und Sie denken nicht mehr daran, dass Sie krank sind. Das lenkt ab. Da wird mal ein Witz gemacht oder… Und dann, wunderbar, dann geht man wieder nach Hause und freut sich schon wieder auf den nächsten Sport. Das hätte ich nie gedacht, ich selber hätte es nie gedacht, muss ich ganz ehrlich sagen. Also wenn die Frau nicht gewesen wäre und der Bekannte, da wäre ich da wahrscheinlich nie hingegangen. Ich hätte so meinen Trott gemacht und hätte gedacht, „naja gut, was ist, das ist“. Aber dort sind Leute dabei mit über 80 Jahren, die auch einen Infarkt hatten und so weiter. Aber die blühen dort auf. Das ist dann wie eine Familie. Und jeder sagt „Ach, du hattest das? Und du hattest das? Achso. Jaja, das kriegen wir hin, na freilich. Das geht alles seinen Gang.“ Und ohne das kann man es sich nicht mehr vorstellen. Es kann natürlich passieren, wenn Sie damit anfangen und dann die nächste Woche kommt, „Ach, jetzt muss ich schon wieder da hin“. Es kommt dann aber auch auf das gesamte Klima an. Es kommt darauf an, dass sie sich in so einer Sportgruppe integrieren und sich die Leute genau angucken. Es ist ja immer am Anfang so, dass das alles Fremde sind. Und dann sich dort einfügen und sagen „Oh ja, wunderbar“ und das klappt das.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.02.2012 geführt.

Gerhard Möhring ist 62 Jahre alt. Vor 9 Jahren erlitt er einen schweren Herzinfarkt, auf den drei Jahre später ein weiterer folgte. Daneben kämpft Gerhard Möhring seit 9 Jahren mit einer Krebserkrankung und Diabetes. Aufgrund seiner Erkrankungen wurde er frühberentet. Einmal wöchentlich nimmt Gerhard Möhring an einer Herzsportgruppe teil. Um sich darüber hinaus zu regelmäßiger Bewegung zu zwingen, fährt er jede Nacht Zeitungen mit dem Fahrrad aus. Auch sein Gewicht hat Gerhard Möhring deutlich reduziert. Er isst heute weniger und kalorienärmer.

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