Patientenbeitrag

Hartmut Schwella vermeidet auf Arbeit zusätzliche Aufgaben und Überstunden



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Nach dem Mittagessen setze ich mich hin, aber ich sitze dann schon und sage: „Das musst du fertigkriegen, dann hast du morgen den Ärger nicht. Und mit dem fangen wir heute an.“ Man macht sich also einen Plan. Und das ist wirklich stressfreier.
Ich habe öfter auf der Arbeit auch gesagt, wenn Leute kamen und sagten: „Könntest du mal das und das in der Leittechnik da mal ändern?“ Ich sage: „Kann ich, aber du machst erst mal einen Änderungsantrag, dann schreibst du einen SAP-Auftrag und in dem begründest du bitte mal, und wenn dem nicht so ist, dann machen wir das nicht.“ So und siehe an, das hat Wirkung. Früher haben wir dann alles angenommen und auch noch die Technologie erfunden und alles und heute sagen wir: „Du musst mir sagen, was du geändert haben willst. Nicht ich.“ Also man merkt, man hat sich ganz schön verheizen lassen. Eigentlich selber dumm, muss ich sagen. Also dadurch hat vieles an Stress nachgelassen.
Man muss dafür irgendwie sensibel sein und sich sagen: „Nee, das machst du jetzt nicht. Jetzt machst du erst mal eins fertig.“ Denn früher war es so, da hat man parallel noch das zweite angefangen. Ich hatte dadurch auch sagenhaft viel Überstunden. Das war dann teilweise, in so einem viertel Jahr kamen 160 Überstunden hin und das ist natürlich völlig ungesund gewesen. Ich war dann also nur nach dem Motto: „Es muss ja fertig werden. – Oh jetzt ist ja schon 17 Uhr. Hmm, das müssen wir jetzt noch machen. – Oh 19 Uhr.“ Aber man ist seit 6:30 Uhr da und das ist natürlich alles gegen gegen jede Vernunft und auch Arbeitszeitgesetze und so. Ich meine, wer eine Privatfirma hat, der wird aus diesem Druck nicht rauskommen. Der müsste aufhören damit. Der müsste sagen, „hier, mach ein anderer weiter und ich verkaufe dir das“ oder so.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.11.2011 geführt.

Hartmut Schwella ist 55 Jahre alt. Mit 54 Jahren wurden ihm mehrere Bypässe operiert. Seitdem hat er sein Arbeitspensum stark reduziert, seine Ernährung umgestellt und nimmt regelmäßig an einer Herzsportgruppe teil.

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