Patientenbeitrag

Für seine Gesundheit hat Uwe Siebert seine langjährige Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr eingestellt



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Mit der Feuerwehr zum Beispiel habe ich gesagt, Schluss aus. Weil ich Wehrleiter selber war, hab die Feuerwehr unter mir gehabt. Beruf und Feuerwehr alles verbinden, das ging nicht mehr. Das ging ja manche Wochenenden fünf, sechs Mal – nach der Montage. Da war ich schon nicht mehr richtig, da hat es dann schon angerufen: „Fahr gleich durch!“ – „Was denn?“ – „Es brennt irgendwo.“ War ja jeden Sonnabend oder Freitagabend war was – irgendwas war ja immer. Wenn man dazu noch arbeiten geht und alles… oder man kriegt auf Arbeit einen Anruf. Das war auch dann, wo die Frau gesagt hat, „pass auf Schluss“. Die erste Zeit war es hart, aber dann… Jetzt bin ich drüber hinweg.

Ich habe das auch so gesagt. Wenn welche gefragt haben, „Kommst du wieder, wenn es dir besser geht?“ – Nein. Den innerlichen Schweinehund bekämpft, ich sag es jetzt mal so. Ich hab klipp und kalr gesagt „nein“. Hab mich mit der Frau unterhalten: „Pass auf, die wollen mich wieder.“ – „Mach es nicht, komm. Warst lange genug dabei und hast dein Arsch lange genug hingehalten.“ Ich sag das jetzt mal so knallhart. Man hat ja für jeden, jeder hat ja irgendwas. Wenn irgendwas war, man hat ja seinen Kopf hingehalten, ob man da war oder nicht da war. Aber so habe ich damit abgeschlossen. Die haben einen neuen Wehrleiter, einen neuen Stellvertreter, alles neu gewählt, und dann müssen sie zurechtkommen.

Dadurch habe ich auch keine Freunde verloren oder irgendwas. Ich habe gesagt, ich mache es nicht mehr. Ich gehe nicht mehr hin erstmal. Und wenn wir jetzt vorbeigehen und die sind da, sage ich „Guten Tag“ oder all sowas. Das ist normal jetzt. Dafür, sage ich immer, habe ich meinen Hund.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 07.02.2011 geführt.

Uwe Siebert ist 43 Jahre alt. Im Jahr 2009 erlitt er zwei Herzinfarkte. 2010 wurden ihm 5 Stents eingesetzt. Seinen körperlich anspruchsvollen Beruf in der Baubranche kann er seitdem nicht mehr ausüben. Damit umzugehen musste er erst lernen. Er hat seine Ernährung umgestellt und bewegt sich regelmäßig. Insgesamt hat er dadurch 14 kg abgenommen. Stress vermeidet er heute.

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