Patientenbeitrag

Hartmut Schwella lebt jetzt bewusster und pflegt auch wieder seine Hobbys



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Also erstmal, dass man vernünftig schläft. Habe ich früher nicht gemacht. Ich habe manchmal bis um zwei Fernsehen geguckt, bin um fünf aufgestanden und zur Arbeit gefahren. Und da war ich natürlich müde und dann macht man Fehler und alles nicht gut. Zweitens, dass man sich nicht übernimmt körperlich, dass man also mehr Pausen macht. Dass man sagt, wo man früher jetzt, „ach, das schaffst du auch noch“ und so. Und dann sagt man sich, „nee, du hast ja Zeit. Kannst du dann das, das, das machen. Jetzt lese ich erstmal ein Buch“. Man macht mehr für sich. Das habe ich vorher gar nicht gemacht. Ich habe jetzt auch wieder angefangen bisschen Elektronikbasteln, das hatte ich ja früher schon gemacht. Hat man alles sein gelassen. Da drüben sehen Sie ein Keyboard, da steht jetzt Bach drauf. Jetzt habe ich auch richtig Zeit, die nehme ich mir auch, mal die Stücke richtig zu spielen. Richtig zu üben. Also dass man das vernünftig macht. Früher war das bloß alles schnell, so, dass man in der Kirche eben gut gespielt hat. „Prima, wann üben wir denn?“ – „Ach, lassen wir sein. Jetzt haben wir das und das.“ Dann nimmt man sich mehr Zeit. Man macht vieles ernsthafter. Das hat man vorher nicht so gemacht. Das ist erst mal eine… naja es ist nicht automatisch. Man nimmt sich einfach mehr Zeit und guckt mehr in die Tiefe. Auch wenn ich einen Film gucke. Ich mache den Fernseher also an, schaue nach was gibt es, man hat ja diesen elektronischen Programmführer. Und sage mir, „naja, heute gibt es nichts Sinnvolles, also brauchen wir den gar nicht mehr anmachen. Dann lassen wir das sein.“ Ich nehme mir auch Zeit für die Kinder. Das hatte ich vorher auch nicht so. Also man lebt irgendwie intensiver, man achtet mehr auf sich. Oder wenn man der Meinung ist, „jetzt machst du mal einfach eine Pause“, dann macht man das, so mal Zeit dafür. Man nimmt sich Zeit. Und wenn man ganz ehrlich ist, wir haben alle die Zeit. Ich bilde mich auch weiter. Ich lese auch viel im Internet. Man pflegt wieder Freundschaften. Das ist vorher alles so ein bisschen… naja eingeschlafen nicht, man hatte einfach nicht so den Zeitrahmen. Und was ich früher nie gemacht habe, ist wenn ich jetzt so vom Herzsport komme, fahre ich ja mit dem Fahrrad. Und dann setze ich mich in die Gaststätte und quatsche mit den Leuten. Das habe ich ja vorher nicht gemacht. Mir war das Geld zu schade. Eigentlich Blödsinn, nicht? Man hat dann gesagt, „ach, was willst du denn da“ und so. Und dann trifft man aber doch Bekannte und dann quatscht man, man redet, man hat Kommunikation. Etwas, was man vorher sich einfach nicht getraut hat, schon aus finanziellen Gründen. Sowas erlaube ich mir jetzt.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.11.2011 geführt.

Hartmut Schwella ist 55 Jahre alt. Mit 54 Jahren wurden ihm mehrere Bypässe operiert. Seitdem hat er sein Arbeitspensum stark reduziert, seine Ernährung umgestellt und nimmt regelmäßig an einer Herzsportgruppe teil.

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