Patientenbeitrag

Das Gefühl, ganz viel in kürzester Zeit schaffen zu müssen, hat Ortwin Viererbe aus seinem Tagesablauf gestrichen



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Man war ja regelrecht beleidigt, dass man es plötzlich am Herzen hatte. Man hat ja zu sich selber gesagt: „Das kann mir doch nicht passieren. Um Gottes Willen. Ich bin der Größte.“ Und dann plötzlich diese Geschichte. Ich bin ein Mensch gewesen, der immer aktiv war. Ich habe ein Haus gebaut und dann musste das verändert werden. Dann musste auch die Wohnung wieder neu gemacht werden, musste gestrichen werden. Dieses Gefühl, „das muss ich haben“, „das muss ich noch schaffen“, „dieses Wochenende willst du das machen“ oder dieser Angeber-Effekt, „das Auto muss sauber gewaschen werden“…  Und dann noch ein bisschen Schwarzarbeit machen, damit ich Geld verdiene, damit ich ein großes Auto kaufen kann.

Mein Leben hat sich geändert. Ich kann ein Auto fahren und das ist 12, 14 Jahre alt. Das ist mir egal. Ich muss kein blanken Mercedes fahren oder einen Audi oder wer weiß was. Muss ich nicht. Ich habe mich total geändert. Doch, ehrlich. Also ändern muss man sich schon. Man muss es aber wissen, das darf ich nicht und das müsste ich machen.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 11.08.2012 geführt.

Ortwin Viererbe ist 73 Jahre alt. Vor fast 20 Jahren wurden ihm 4 Bypässe gelegt. Seitdem ernährt er sich fett- und fleischarm und dafür mit viel Obst und Gemüse. Er führte regelmäßige Spaziergänge in seinen Alltag ein, nahm deutlich ab und ging vorzeitig in den Ruhestand. Dass seine Lebensumstellung erfolgreich war, zeigte sich drei Jahre später: Bei einer Kontrolluntersuchung stellte sich heraus, dass sich vermutlich durch die neue Lebensweise Kollaterale gebildet hatten und der KHK entgegenwirken. Ortwin Viererbe lebt seit 10 Jahren in Spanien.

 

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