Patientenbeitrag

Durch die Selbsthilfegruppe kann Anne Haupt Erfahrungen austauschen und bekommt immer wieder neue Anregungen für ihre Lebensstiländerung



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Die Gruppe hat mir sehr geholfen, wirklich auf diesen Weg nach Ornish zu kommen. Und diese ganzen Pakete, die ich jetzt angesprochen habe, die habe ich erst durch diese Gruppe so im Detail kennen gelernt. Und vor allen Dingen auch die Hilfe und Unterstützung bekommen, das auch umzusetzen im Alltag. Das ist ja das große Problem. Ich denke mal, wir wissen schon sehr viel, wir Patienten, aber das umzusetzen ist ungeheuer schwer und da bedarf es wirklich Unterstützung. Und da sind eben diese Selbsthilfegruppen unwahrscheinlich wertvoll und nützlich. In so einer Selbsthilfegruppe bin ich mit Gleichgesinnten zusammen, die etwas Ähnliches, oder manchmal denke ich auch, „Mensch, die haben ja ganz dasselbe. So ist es mir doch auch gegangen, was der oder die gerade erzählt hat“, die also ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Die dieselben Probleme damit hatten oder ähnliche Probleme, wo ich mich wieder finde. „Ach Mensch, denen geht es ja genauso.“ Und das hilft ungemein, dass man plötzlich das Gefühl hat: „Ich bin gar nicht so allein mit meinen Gedanken, mit meinen Gefühlen und mit meinen Problemen. Da gibt es noch viele andere, denen es genau so geht. Und wie haben die das eigentlich gemacht?“ Also das ist das Entscheidende bei einer Selbsthilfegruppe, dass das die Unterstützung ist. Und hier habe ich ja wirklich vieles Neues lernen müssen und das habe ich einfach auch in der Nachhaltigkeit in der Gruppe viel besser erfahren. Nachhaltig, weil man auch immer wieder, vielleicht nicht unbedingt beim nächsten oder übernächsten Mal, aber man kommt immer wieder auf verschiedene Punkte zurück oder man kann ja auch selber auf Punkte zurückkommen, die einem dann auffallen. Auch im Gespräch mit dem Anderen bekommt man ja diese Anstöße, die kriege ich durch einen Text nicht immer so. „Ach stimmt ja, da hat er eigentlich auch recht“ oder „Ja, das hast du doch auch mal gedacht, es aber wieder vergessen.“ Also das ist dieses ungeheuer Dynamische, was ich im Text so nicht habe, was ich im Kontakt, im Gespräch mit Menschen bekomme. Und dann eben auch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, die eine vergleichbare Krankheit haben. Die Lebensgeschichten sind alle ganz ganz unterschiedlich, aber die Erfahrungen mit der Krankheit, da war ich am Anfang sehr perplex, wie die sich ähneln.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 26.04.2012 geführt.

Anne Haupt ist 59 Jahre alt. Aufgrund einer familiären Vorbelastung ließ Anne Haupt vor acht Jahren ihr Herz untersuchen – eine KHK wurde festgestellt und drei Bypässe gesetzt. Bis dahin ein Bewegungsmuffel, fing Anne Haupt aufgrund der Diagnose an, regelmäßig Sport zu treiben und sich nach den fettarmen und vegetarischen Empfehlungen von Dean Ornish zu ernähren. Außerdem reduzierte sie deutlich Stress in ihrem Leben: Sie wurde früh berentet, machte eine Psychotherapie und arbeitet daran, sich die Probleme anderer nicht mehr zu sehr zu Herzen zu nehmen.

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