Patientenbeitrag

Anne Haupt rät, Belohnungsstrategien in den Alltag einzubauen, wie einen ausgedehnten Cafébesuch mit einem guten Buch



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Also was ich sehr gerne mache, ist in ein Café gehen und mich hinsetzen. Also in der Regel bin ich ja allein unterwegs, insofern allein auch im Café. Und kennen Sie den Ausdruck „Leute bummeln“? Das heißt, dass man da sitzt und den Leuten zuschaut, wie sie da flanieren. Ich bummelte mit meinem Blick an den Leuten entlang, vielleicht kann man es so übersetzen. Das mache ich sehr gerne. Ich sitze dann da… Also Kaffee sollen wir ja eigentlich nicht trinken, das ist auch nicht das Problem für mich. Ich war nie eine Kaffeetante. Ich trinke gerne Tee. Aber wenn es mich mal danach gelüstet, erlaube ich mir heute auch mal einen Espresso zum Beispiel oder eine Tasse Kaffee. Aber das kommt relativ selten vor. Meistens habe ich mir dann einen Tee bestellt. Und was ich auch gerne tue, ist Lesen. Und so etwas miteinander verbinden, also ins Café gehen, Kaffee oder Tee trinken, egal, Leute bummeln, und dann auch mal, wenn man genug hat, sich seine Leselektüre nehmen. Das habe ich sehr gerne gemacht. Oder auch einfach so durch die Stadt bummeln. Da muss man natürlich aufpassen… sich etwas Gutes gönnen, indem man sich dann vielleicht eine Kleinigkeit gekauft hat. Ich denke, da hat jeder so seine eigenen Belohnungsstrategien. Jeder weiß, was er gerne tut und was sonst vielleicht ein bisschen zu kurz kommt im Alltag. Und das halt klug zu integrieren, dass man nicht hier wieder so kontraproduktiv gegen diesen Lebensstil fährt, den man eigentlich leben will.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 26.04.2012 geführt.

Anne Haupt ist 59 Jahre alt. Aufgrund einer familiären Vorbelastung ließ Anne Haupt vor acht Jahren ihr Herz untersuchen – eine KHK wurde festgestellt und drei Bypässe gesetzt. Bis dahin ein Bewegungsmuffel, fing Anne Haupt aufgrund der Diagnose an, regelmäßig Sport zu treiben und sich nach den fettarmen und vegetarischen Empfehlungen von Dean Ornish zu ernähren. Außerdem reduzierte sie deutlich Stress in ihrem Leben: Sie wurde früh berentet, machte eine Psychotherapie und arbeitet daran, sich die Probleme anderer nicht mehr zu sehr zu Herzen zu nehmen.

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