Patientenbeitrag

Bernhard Völkel sieht beruflichen Stress und das Nicht-Mehr-Abschalten-Können als mögliche Ursachen für seine Krankheit



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Unmittelbar so ein Jahr vorher, anderthalb Jahre ungefähr. Das waren echt Probleme, sagen wir mal, die ich selber nicht lösen konnte. Und das ist so schwierig gewesen, dass ich eben diesen Stress mit nach Hause genommen habe. Vorher, ehe diese stressigen Situationen kamen, war es so, Arbeit war Arbeit und wenn ich nach Hause war, war das erledigt, da habe ich abgeschaltet. Da gab es ganz wenige Sachen, wo einem dann vielleicht mal irgendwann eine Idee kam, wo man sagte, ach ja das könntest du doch so machen, aber dass ich die Arbeit die Aufgabe mit nach Hause genommen hätte und zu Hause weiter gemacht geistig, das gab es nicht. Arbeit war Arbeit, habe ich gerne gemacht, aber wenn ich zu Hause war, war das Tabu im Großen und Ganzen und das war zu dieser Zeit dann nicht mehr so, da habe ich mich unwohl gefühlt und habe wach gelegen und war nicht ausgeschlafen. Naja das ist dann die Folge davon.
Nach dem Infarkt da habe ich dann gesagt, das kann so nicht weiter gehen, ich muss da etwas ändern, denn ich kann jetzt nicht sagen, ob auch die Ärztin etwas gesagt hat in der Richtung, aber auf jeden Fall war das für mich eine Entscheidung zu sagen, das geht. Es macht keinen Spaß, mir hat Arbeit immer Spaß gemacht als, obwohl ich als ich zur Lehre ging, nicht wusste genau, was das eigentlich bedeutet der Beruf, aber ich habe Freude dran gehabt. Freude gekriegt und Erfolge gehabt und das war dann in Ordnung und dort war es eben so, dass man keine Freude mehr dran hatte und dann bin und wir hatten auch Termine und wir haben auch Zeiten gehabt, wo es eben ein bisschen drängelte und machte aber. Das ist alles kein Problem, in dem das waren alles Aufgaben, die konnte man lösen und wenn man selber nicht drauf kam, konnte hatte man einen Kollegen fragen.
Schafft man es nicht, den Stress auf Arbeit zu reduzieren, hilft der Gesundheit zuliebe nur ein Jobwechsel, sagt Bernhard Völkel
Ich war dann in einer Gruppe und war normaler Projektant vor uns ein Gruppenleiter und Ableitungsleiter und so weiter. Ich bin vom Abteilungsleiter, ich war Abteilungsleiter zu der Zeit und bin also runter gegangen, weil ich eingesehen habe, dass es dort an der alten Stelle nicht besser werden kann. Das war mir klar, also wenn das mit die Ursache war für den Infarkt, dann kann ich nur dort etwas ändern ne denn. Das lag ja nicht an mir, sondern das war von draußen herein getragen und wenn ich mich nicht ändern kann, dann muss ich die Stelle ändern, wo mir solche Dinge nicht widerfahren.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 05.07.2011 geführt.

Bernhard Völkel ist 73 Jahre alt. Mit 40 erlitt er einen Herzinfarkt; ein zweiter Infarkt folgte einige Jahre später. Völkel reduzierte daraufhin seinen beruflichen Stress, ist regelmäßig in einer Herzsportgruppe aktiv und hat das Rauchen aufgegeben. Darüber hinaus achtet er besonders auf seine Ernährung.

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