Patientenbeitrag

Am Anfang wirkte das Autogene Training nur kurzfristig, heute erzielt Jürgen Thiele damit auch nachhaltige Effekte


In der Reha habe ich gemerkt, so die ersten paar Stunden, ich war entspannter, lockerer. Das hat aber dann nicht angehalten. Du bist dann abends zum Essen gegangen und warst wieder der gleiche Typ: “Ah, tausend Mann vor mir an der Essensschlange, und der Käse, wo ich schon ein Auge drauf geworfen habe, der ist gleich schon wieder alle!“ Ich habe das erstmal richtig gemerkt auf der Arbeit. Ich habe da so einen cholerischen Kunden gehabt, da ist niemand gerne hingefahren. Dass ich gemerkt habe, „puh, der kann mich mal“, irgendwie, du bist hingefahren, ich war einfach entspannt und locker und gelassen. Da habe ich das auf der Arbeit gemerkt, dass mir das auf Dauer was gebracht hat. Wie gesagt, so ist das heute, wenn ich eineinhalb Stunden auf den Zug warten muss: Wenn keiner kommt, kann ich es nicht ändern. Wenn morgen die Sonne drei Stunden später aufgeht, kann ich das auch nicht ändern. Der Klassiker ist immer noch: Autofahrer. Männer können es eh besser, ich auch, ich schließe mich da nicht aus. Wenn meine Frau hier wäre, würde die das bestätigen. Aber diese Schimpferei, “du Blödmann, kannst du keinen Blinker setzen” – ich denke “ach ja Blinker kannst du jetzt auch setzen”, sage ich auch schon mal, “guck mal, hätte auch blinken können”, aber ich mach da jetzt keinen Stress draus. Das ist, wo andere sich minutenlang aufregen, du siehst einen hochroten Kopf, Blutdruck ist jenseits von Gut und Böse – hätte ich früher machen können. Wäre ich mit dabei gewesen.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.03.2011 geführt.

Jürgen Thiele ist 53 Jahre alt und hatte in den letzten fünfzehn Jahren zwei Herzinfarkte. Er hat das Rauchen und Trinken aufgegeben, seine Ernährung umgestellt und wandert viel.

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