Patientenbeitrag

Durch individuell zugeschnittene Gymnastikübungen erhält Jürgen Thiele seine Beweglichkeit


Jeder Mensch, der sitzt, rostet irgendwann ein. Man reicht nicht mehr an seinen Rücken, man kommt nicht mit den Fingerspitzen auf den Boden ohne die Knie krumm zu machen, man trägt einen Wasserkasten eine Treppe hoch und kommt außer Atem und da habe ich gesagt “Ja, Wandern, Rad fahren ist schön und gut, trainiert aber grundsätzlich Herz-Kreislauf und die Beine, sonst nichts“. Und ich habe das gemerkt, dass ich bei bestimmten Bewegungen speziell in der Schulter Probleme bekommen habe. Das Internet ist ja schlau mittlerweile, kann man sich ein paar Gymnastikbewegungen zusammensuchen, die ausprobieren, ob sie passen, und dann habe ich mir ein 20-minütiges Programm zusammen gestellt, was ich in der Regel zwei bis dreimal die Woche durchziehe. Am besten ist das freitags, weil dann ist mein Enkel da, der macht dann mit, mit vier Jahren. Ich merke, es tut mir einfach gut. In der zweiten Herzreha 2002 hat das den Anfang genommen. Weil das Brustbein aufgetrennt war, durften wir uns ja alle nicht so richtig bewegen, aber die Sporttherapeutin hat Wert darauf gelegt, dass wir bestimmte Bewegungen, und waren sie noch so leicht, machen. Einige von uns, ich auch, haben gesagt, „was soll denn der Quatsch, einfach mal die Hände drehen oder sowas“ und dann haben wir uns erklären lassen, wofür das eigentlich gut ist. Sie sagte: „Einfach um das, was ihr die letzten drei Wochen gemacht habt, euch zu schonen, und die Gelenke, die Muskeln, die verkürzt sind, die Sehnen die verkürzt sind, um das alles wieder in Bewegung zu bringen und das kann man dann ausbauen, wenn man, wenn die Heilung fortgeschritten ist, das wieder voll bewegt.“ Ich konnte zum Beispiel nicht mehr die Arme verschränken. Weil das wurde verboten die ersten zwei Wochen und dann wird man steif. Mit ein bisschen Nachdenken kommt man schon auf die Idee, dass man das also auch später noch fortsetzen kann.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.03.2011 geführt.

Jürgen Thiele ist 53 Jahre alt und hatte in den letzten fünfzehn Jahren zwei Herzinfarkte. Er hat das Rauchen und Trinken aufgegeben, seine Ernährung umgestellt und wandert viel.

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