Patientenbeitrag

Durch das autogene Training hat Jürgen Thiele zu mehr Gelassenheit gefunden


Ich bin ruhiger geworden und toleranter. Hängt damit zusammen, dass ich mich nicht über jeden Furz wieder aufrege. Sowas wie zum Beispiel beim Arzt, dass ich rummaule, wie gesagt „so lange schon hier, nichts tut sich”. Man nimmt Situationen gelassener. Früher war ich auch einer: Ich musste zum Kunden und vor mir zuckelte ein Traktor her vor dem Auto und „Oh Mensch Mensch Mensch Mensch”, schon bei der Arbeit hat mir das geholfen, dass ich gesagt hab „Naja, Gott, den Kunden kennst du seit 10 Jahren, und dem ist das egal, ob du auf 5 Minuten nach der Zeit kommst, oder 10 Minuten, weil er ist eh da und er freut sich dass du kommst”. Wie gesagt, vor dem autogenen Training hätte ich gesagt „Jung‘, Termin einhalten”. Ich bin dafür Termine einzuhalten, aber wenn ich sehe, es geht nicht und ich kann es nicht ändern, da hat mir das geholfen, das auch hinzunehmen. Ich weiß nicht, zu Hause? Ne war ich eigentlich nicht der Choleriker, bin ich eh nicht, aber bei der Krankheit glaub ich, das kann man schwer nachvollziehen oder auch beweisen, aber durch die immer wieder auftretenden neuen Erkrankungen… mir hat das einfach geholfen, das besser wegzustecken. Dass man das gelassener nimmt, Das ist jetzt eine Kombination, weil es ist immer gut gegangen bis jetzt und halt auch diese Fähigkeit des “naja ist halt so” Wobei ich das “ist halt so” nicht mit Gleichgültigkeit übersetzen möchte. Was vielleicht in bestimmten Kulturkreisen als Kismet, Schicksal, betrachtet wird, ist halt so, und das Beste draus machen, nicht damit hadern, und vielleicht hat mir das autogene Training da dabei geholfen. Mit Sicherheit hat es geholfen, ruhiger zu werden und so alltägliche Nickeligkeiten, Kleinigkeiten – die Fliege an der Wand ist halt eine Fliege an der Wand, fertig.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.03.2011 geführt.

Jürgen Thiele ist 53 Jahre alt und hatte in den letzten fünfzehn Jahren zwei Herzinfarkte. Er hat das Rauchen und Trinken aufgegeben, seine Ernährung umgestellt und wandert viel.

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