Patientenbeitrag

Durch gezielte Entspannungsübungen kann Jürgen Thiele in stressigen Situationen ruhig und entspannt bleiben


Ich war jetzt vor einiger Zeit mit einem Kumpel wandern und wir wollten mit dem Zug zurück. Ist auch so alt wie ich, Mitte 50, Wartezeit eineinhalb Stunden am Bahnhof. Keine Bank da, nur eine nasse, dreckige Mauer, kein Unterstand, nur ein Fahrkartenautomat, sonst nichts mehr. Ich habe mich dann an den Fahrkartenautomat gelehnt und die Sonne hat geschienen und bin irgendwie weggetaucht und der ist rumgesprungen wie ein Dilldopp, wie ein Bekloppter und wusste nicht, was er machen soll, diese eineinhalb Stunden einfach warten – Ich kann mich einfach irgendwo hinsetzen und entspannen. Und das kann auch ein zwei oder drei Stunden dauern. Wobei das im Alltag natürlich selten ist. Früher wäre ich auch wie ein Bekloppter da rumgerannt, “oh Zug kommt nicht, und Mann, was machen wir und ne, scheiß Bahn und…” – das kann ich heute ganz locker wegstecken. Und das ist ja nicht nur bei der Bahn so, das ist überall so im Leben. Du musst beim Arzt warten, das wahrscheinlich beste Beispiel: Andere fangen an „oh so langsam, jetzt bin ich schon eineinhalb Stunden hier”. Ich sitze da einfach ganz locker, äußerlich eigentlich dabei, aber in mich versunken. Nicht jedes Mal, aber wenn ich es dann für nötig erachte oder sag “jetzt komm”. Es hat mir geholfen, schon oft im Krankenhaus nach der Behandlung. Zweibettzimmer, Dreibettzimmer, das ist wunderbar, wenn du dich mit den Jungs verträgst, aber wenn nicht, dann kann das ärgerlich werden und da hilft Abschalten, Wegsenken, das geht schon.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.03.2011 geführt.

Jürgen Thiele ist 53 Jahre alt und hatte in den letzten fünfzehn Jahren zwei Herzinfarkte. Er hat das Rauchen und Trinken aufgegeben, seine Ernährung umgestellt und wandert viel.

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