Patientenbeitrag

Seit dem Herzinfarkt ist Günter Ostfeld regelmäßig in einer Herzsportgruppe aktiv



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Ich bin dann aus der Reha wieder gekommen und bin sofort in eine Herzzsportgruppe eingetreten, wo schon ein Freund von mir war, der kurz vor mir einen Herzinfarkt hatte. Seit 1984 bin ich ununterbrochen in einer Herzgruppe. Und das zweite Erlebnis war dann, dass der Übungsleiter gesagt hat: „So und jetzt fangen wir an mit Bewegung. Und dieses machen Sie solange Sie leben. Jedenfalls solange Sie können.“ Und das ist so ein Wahlspruch inzwischen bei mir, dass ich das auch versuche anderen beizubringen, dass es wirklich wichtig ist, gezielt Herzsport zu betreiben.
Ich halte es für unglaublich wichtig, dass man gerade in so eine Herzsportgruppe eintritt, nicht nur weil man sich bewegt dort, was ja erst sukzessive gesteigert wird im Laufe der Zeit, sondern weil man da wirklich Gesprächspartner hat, die ähnliche Probleme haben. Und das Interessante ist, das erleben wir gerade in unserem Verein sehr deutlich: Die kommen an, haben also furchtbare Angst sich irgendwie zu bewegen und dann werden sie leicht reingeführt und es dauert keine sechs Wochen sag ich mal, dann sind die Gedanken, die ängstlichen Gedanken, die man hat vor dem nächsten Ereignis, sind eigentlich fast weg. Natürlich spricht man nochmal über seine Erkrankung, man hört sich den anderen an. Aber es ist so, dass die Angst einfach weicht. Man kann sich wieder bewegen. Man wird aufgefordert sich zu bewegen, man darf auch zu Hause wieder zufassen, man darf auch im Garten Arbeit betreiben. Nur man muss alles eben so machen, dass es nicht belastend wird. Und das wird einem in einer solchen Herzsportgruppe sehr schnell und sehr gut beigebracht. Das ist so wichtig, sich zu bewegen. Nicht nur, weil man sich bewegt und damit den Kreislauf wieder ein bisschen in Schwung bringt, sondern weil auch die Psyche dabei mitaufgerichtet wird.
Ja wir sind eine unglaubliche Familie. Es wird geflachst, gescherzt, wir unternehmen zusammen etwas, wie jetzt wieder Weihnachtsfeier, da wird etwas gemacht. Oder jetzt Spargel essen, oder wir machen eine Wanderung. Wir haben schon, ach wie heißt es noch, nordfriesisches oder ostfriesisches Spiel, mit den Kugeln… ja also sowas haben wir alles schon gemacht. Also wir machen vieles zusammen, nicht übermäßig viel, aber immer wieder zusammen und alle sind immer dabei. Das ist so eine Zusammengehörigkeit, die einfach wächst. Die auch vielleicht nur so wachsen kann, weil wir in einer besonderen Weise geschädigt sind. Einer achtet auf den anderen – wenn er blass wird oder irgendwas, dann sind alle drumrum und passen auf, dass eben nichts Schlimmeres ergeht. Das ist so ein Familienleben wie zu Hause eigentlich – leider nur einmal die Woche.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 12.12.2011 geführt.

Günter Ostfeld ist 80 Jahre alt. Mit 53 Jahren hatte er einen Herzinfarkt, auf den bis heute mehrere Stents und Bypass-Operationen folgten. Seit dem Herzinfarkt nimmt Günter Ostfeld regelmäßig an einer Herzsportgruppe teil und hat sein Gewicht reduziert.

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