Patientenbeitrag

Wenn Andreas Engel sein Bewegungsprogramm schleifen lässt, merkt er das an seinen Werten


Ich muss noch dazu sagen, dass dieses Programm wirklich auch etwas ist, was gemacht werden muss. Da gab es schon ein paar Faktoren in der jüngeren Vergangenheit, wo ich auch in der Tat bei diesem Programm einige Sachen habe schleifen lassen. Schlechtes Wetter – weniger Sport gemacht oder bisschen weniger Yoga gemacht. Sodass ich glaube, dass die Veränderungen der Werte jetzt leicht zum Schlechteren einfach auch im Negativen ein Zeichen dafür sind, dass man dieses Programm auch wirklich mehr oder weniger gut und sauber durchführen muss. Und das heißt täglich und nicht ein bisschen und irgendwann.

Das ist dann auch mal ein Beispiel, wie es auch kommen kann, oder welche Gefahr immer besteht: Dass so was auch mal ganz schnell, wenn man das für sich allein veranstaltet, eben durchhängen kann, weil man jetzt sagt: „Ne, jetzt geht das nicht. Jetzt habe ich nicht die Zeit dafür.“ Eigentlich natürlich, wenn man darüber nachdenkt, hat man das im Kopf recht schnell klar, dass das vielleicht unklug ist, weil genau in der Phase all diese Dinge genau richtig und hilfreich wären. Aber so passiert es dann schon mal und so ist es dann eben passiert: Ich habe weniger Sport gemacht, ich habe dann sogar erlebt, dass ich mich auch in sogenannte Sportmuffels oder wie man heute neudeutsch sagen würde „Couchpotatoes“ hineinversetzen kann. Man kann sogar einen Punkt erreichen, wo man sagt: „Soll ich das jetzt machen, muss das jetzt sein?“ Und ich bin eigentlich ein Typ – jetzt bei so einem Wetter würde ich sagen: „Wow, das ist das Wetter draußen! Vielleicht für kurze Hosen noch ein bisschen zu kalt, aber Jogging-Schuhe anziehen, eine Runde laufen!“ Ich mache das gerne. Aber ich habe mich dabei ertappt, dass ich auch wirklich erlebt habe, dass wenn man sich zu lange durchhängen lässt und zu wenig bis nichts macht, man einen Punkt erreicht, wo man sich erst aufraffen muss. So und jetzt ist der Punkt der Erkenntnis gekommen, dass ich gesagt habe: „Mensch, du hast dir doch mal was vorgenommen! Das muss doch jetzt mal wieder auf die Spur gesetzt werden, das Programm.“

Ich mache zwischendurch insofern eigene Kontrollen, dass ich schon auch mal, wenn ich das Gefühl habe, Puls, Blutdruck sind nicht so recht im richtigen Bereich oder ich habe das Gefühl, irgendwas stimmt jetzt nicht, dann überprüfe ich das und habe eigentlich ein recht gutes Gefühl inzwischen dafür entwickelt, wo ich mit meinen Werten stehe.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 18.04.2012 geführt.

Andreas Engel ist 59 Jahre alt. Nach einem stummen Herzinfarkt 2009 wurden ihm 6 Stents eingesetzt. Der Wunsch, nicht zu viele Medikamente nehmen zu müssen, und die Angst vor einem Reinfarkt trieben ihn an, sein Leben umzustellen. Dabei stützt er sich auf das Programm von Dean Ornish: Er ernährt sich fettarm und vegetarisch. Um seinen Stress in Griff zu bekommen, hat er sich beruflich verändert und besucht regelmäßig Entspannungskurse.

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