Patientenbeitrag

Das Wissen um die Notwendigkeit und feste Regeln helfen Joachim Lontke in Bewegung zu bleiben



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Na klar, den inneren Schweinehund, den gibt es natürlich bei mir auch. Aber ich versuche, weil immer klappt es auch nicht, dann den zu überwinden. Aber ich kann einfach nur sagen, wenn man sehr träge ist oder wird, bekommt man irgendwann ganz klar die rote Karte. Ich hatte die ja zweimal und wenn ich heute die Möglichkeit habe, tatsächlich wieder mitspielen zu dürfen, dann bin ich dafür dankbar und deswegen ist das für mich einfach: „Mach das. Halt dich dran, dann lebst du.“ Und das Leben ist für mich Überleben und wenn ich das nicht tue, eine dritte Chance kriege ich in diesem Leben nicht mehr. Und meines Erachtens nach haben wir nur ein Leben. Ich hänge an dem Leben und deswegen verhalte ich mich auch bewusst förderlich in allen Bereichen, die mir als Möglichkeiten gegeben sind.

Bei mir ist es einfach so, wenn ich weiß „Heute ist Montag, ich gehe jetzt ins Training“, dann gehe ich. Egal was für ein Wetter ist, egal was für eine Situation herrscht, ich gehe einfach. Und am Montag und am Mittwoch gehe ich auch wieder. Und am Freitag gehe ich auch wieder. Ja, das ist okay. Und wenn dann irgendwann mal so Situationen sind, wo ich wirklich überhaupt keine Lust habe oder aus terminlichen Gründen irgendwas dazwischen kommt, dann… Aber dass man das nicht wieder so abbaut und schleifen lässt und nichts tut, faul und träge wird und so was. Nein, das will ich nicht mehr, das will ich mir nicht mehr antun.

Joachim Lontke
Das Interview wurde am 16.04.2012 geführt.

Joachim Lontke ist 57 Jahre alt. Vor 9 Jahren erlitt er einen Herzinfarkt, ohne daraus Konsequenzen für seine Lebensweise zu ziehen. Seit er jedoch vor zwei Jahren einen schweren Schlaganfall erlitt, hat Joachim Lontke sein Leben grundlegend verändert. Er hat über 25 kg abgenommen, ernährt sich herzgesund und bewegt sich regelmäßig. Sein Arbeitspensum hat er ebenfalls drastisch reduziert und an einem Stressbewältigungskurs teilgenommen, um nicht mehr ständig unter Strom zu stehen. Für Joachim Lontke ist das Wichtigste in Bezug auf die Erkrankung, erkannt zu haben, dass er selbst dafür verantwortlich ist, wie er mit sich umgeht.

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