Patientenbeitrag

Nach dem Herzinfarkt hat sich Bernhard Dinter damit auseinandergesetzt, was ihn in seinem Leben unglücklich macht und was er ändern kann



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Also wichtig ist erst mal, das Leben für sich Revue passieren zu lassen, dass man sich einfach klar macht, „Was ist bisher abgelaufen? Was hat dich bis bisher unglücklich gemacht?“. Und je mehr man das für sich erkennen lernt, „Was was hat einen eigentlich unglücklich gemacht?“ und dann eben diese Chance nutzt zu schauen, „Was kann ich jetzt weg lassen?“. Weil wir haben alle die gleiche Zeit und wenn wir das weglassen, was uns unglücklich macht, dann haben wir unendlich viel Zeit für die Dinge, die uns glücklich machen. Und das war eben genau dieser Punkt, wo ich auch versucht habe im Krankenhaus mit den Patienten dort in Kontakt zu kommen. Und da war eigentlich noch keiner bereit, da drüber nachzudenken, was sie denn dazu geführt hat, dass man eben in diese unglückliche Lage kam, dass man sozusagen einen Schlag bekommen hat. Was anderes ist es ja nicht, ein Schlag, ein richtiger Schlag, der einen nachdenklich macht: „Was soll das jetzt für dich bedeuten?“ Und das Herz hat etwas mit der Liebe zu sich zu tun und da ich über diese Dinge immer erzählt habe, ist mir dann einfach klar geworden, „Tja Junge, jetzt hast du so vielen Leuten immer erklärt, wie sie mehr zu sich kommen, und hast dich vergessen”. Und darum geht es eben auch für andere Menschen, einfach in sich hineinzuspüren und mal zu sehen, „Was macht mich unglücklich?“ und dann sich Gedanken da drüber zu machen, was kann ich für mich ändern? Und viele Dinge sind so einfach. Wichtig ist, sich damit auseinander zu setzen und zu schauen, „Was kann ich für mich anders machen?“ und das ist für jeden sicherlich ganz anders. Ich würde auch nicht sagen, dass das so, wie ich es gemacht habe, jetzt für jeden stimmig ist, das mit Sicherheit nicht. Aber all diese Komponenten, die Gewichtsabnahme, die Bewegung, das Essen, das sind diese großen Bereiche, aber die spielen alle dort mit hinein, „Was macht mich unglücklich?“. Wenn ich die Dinge nicht unterlasse, dann komme ich nicht in die Bewegung, dann komme ich nicht mit dem Essen klar und allen anderen Sachen auch. Also das ist ein Kreislauf, der so zusammenkommt. Und wo der eine anfängt mit sich, das ist sicherlich egal, aber diese Komponenten gehören irgendwo schon mit dazu.

Bernhard Dinter
Das Interview wurde am 23.02.2012 geführt.

Bernhard Dinter ist 57 Jahre alt. 2011 erlitt er einen Herzinfarkt. Seitdem hat er stark abgenommen, achtet darauf weniger zu essen und vor allem darauf, was er isst. Er sagt, er kocht wieder mehr selbst, isst mehr Vollkornprodukte, Gemüse und weniger Fleisch.

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