Patientenbeitrag

„Was ist mir wichtig?“ – Matthias Voss hat gelernt, Prioritäten zu setzen



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Ich arbeite schon immer viel. Schon immer. Seitdem ich in die Lehre gegangen bin. Das hat sich bei mir in keinster Weise irgendwie geändert. Und von daher ist das schon bei mir ein sehr sehr großer Faktor gewesen in der Vergangenheit. Ein sehr sehr großer Faktor. Also bei mir hat ein Arbeitstag eigentlich so ausgesehen, im Schnitt zwischen 15 und 18 Stunden. Sechs Tage die Woche Minimum. Also können Sie sich ausmalen, was das für eine Belastung war. Deshalb sage ich ja auch, ich bin von 500 mit Gewalt auf Null runter geholt worden. Und ich denke, das hat die Sache auch so schwierig gemacht. Deshalb musste ich da wohl auch die psychologische Seite in Anspruch nehmen. Ich glaube nicht, dass ich es von alleine gepackt hätte.
Es gibt gesunden Stress und es gibt kranken Stress. Wenn sie jeden Tag aufstehen und sich Gedanken drüber machen „Wo kriege ich jetzt Geld her. Es geht mir schlecht.“, dann ist das ein sehr ungesunder Stress. Wenn ich aber morgens aufstehe und gehe ins Geschäft und weiß ich habe super Umsätze und es ist alles prima, alles toll und ich kann lachen auf der Arbeit, dann ist das wieder eine ganz andere Situation.
Und nicht nur der Beruf jetzt an sich, sondern auch noch was jetzt so drum herum ist. Die aktive Schularbeit, die ich die ganze Zeit geleistet habe, das kam noch mit dazu. Was auch noch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Und da habe ich mich überall ein bisschen zurück genommen. Und es geht auch. Aber es ist ein Lernprozess.
Noch zweimal im Nachhinein überlegt „Was ist für mich wichtig? Was ist nicht für mich wichtig?“ und dann die Entscheidung getroffen. Das ist eine schwierige Entscheidung, weil für mich ja alles wichtig war.

Matthias Voss
Das Interview wurde am 04.08.2011 geführt.

Matthias Voss ist 42 Jahre alt. Vor einem Jahr erlitt er einen Herzinfarkt, in dessen Folge er seine Lebensweise komplett verändert hat. Nach dem sofortigen Rauchstopp hat er seine Ernährung umgestellt und geht mehrmals pro Woche zum Herzsport. Aufgrund dieser Veränderungen und der psychotherapeutischen Hilfe geht es ihm heute gut.

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