Patientenbeitrag

Ein Versprechen gegenüber seiner Frau war für Bernhard Völkel der Auslöser, mit dem Rauchen aufzuhören



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Das Rauchen aufgeben, das war bei mir, ich habe da nicht darüber geredet. Wir sind in den Urlaub gefahren in Familie und damals waren so diese großflächigen bunten Kleider modern und die Frauen hatten solche Blockschuhe mit Blockabsätzen und da sind wir in einen Ort gegangen und da war ein Schuhgeschäft und da standen im Schaufenster so ein paar Blockschuhe, die waren blau-gelb-grün und die passten zu dem Kleid gut. Kosteten 120 Mark DDR und meine Frau, ja also ist sonst sehr bescheiden, kann ich nicht anders sagen, aber dort hat sie geguckt „Mensch, die würden passen“. Ich sagte „Komm die kaufen wir“ – „Nee das ist viel Geld“ – ich sage „Die kaufen wir, ich höre auf zu rauchen“. „Hm, na gut, dann machen wir das“. Dann haben wir sie gekauft. Dann habe ich zwar nicht so wie manche die restlichen Zigaretten, die ich noch hatte – das war vielleicht eine halbe Schachtel – weggeschmissen, die habe ich noch aufgeraucht, und dann war Schluss. Ja und dann war es so, das war ziemlich am Anfang des Urlaubs, da habe ich dann immer nach dem Essen „Na, seid ihr nun endlich fertig?“, damit wir losgehen können, damit wir raus kommen und im Wald oder so habe ich nicht geraucht sowieso nicht, aber das war dann ein richtiger Drang, da wegzukommen, um der Versuchung zu entgehen.
Hauptsache ist es bei mir ein Prozess gewesen, wo ich mir gesagt hatte, da musst du versuchen, das zu verwirklichen. Man kann sagen, Auslöser waren die Schuhe, das war zwar sicher der Auslöser. Das war, dass ich an die Öffentlichkeit gegangen bin. Vorher habe ich das mit mir ausgemacht, da habe ich niemanden etwas davon gesagt, denn das wäre peinlich, wenn ich sage, „Ich höre auf“ und dann klappt es nicht. Und so hatte ich das dann öffentlich gemacht und habe es dann auch eingehalten.
Ich hatte ja ein Versprechen gegeben und irgendwie kratzt das ja auch an der Ehre, dass man das einhält und sich eingesteht. Dann eben diese Krankheiten da, es ist ja unvernünftig. Es ist ja sinnlos, wenn die Ärzte sich so viel Mühe geben und versuchen, einen wieder auf die Beine zu stellen und dann macht man solchen Blödsinn.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 05.07.2011 geführt.

Bernhard Völkel ist 73 Jahre alt. Mit 40 erlitt er einen Herzinfarkt; ein zweiter Infarkt folgte einige Jahre später. Völkel reduzierte daraufhin seinen beruflichen Stress, ist regelmäßig in einer Herzsportgruppe aktiv und hat das Rauchen aufgegeben. Darüber hinaus achtet er besonders auf seine Ernährung.

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