Patientenbeitrag

Erst ein Schlaganfall nach dem Herzinfarkt hat Joachim Lontke die Augen geöffnet



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Ich bin dann nach dem Herzinfarkt in eine Rehamaßnahme gekommen. Das war, denke ich, auch ganz gut und da bin ich auch froh drüber, dass ich mich einfach mit diesen Themen dann auch intensiv beschäftigen konnte. Nur die Wichtigkeit bei dem Herzinfarkt, die war mir wirklich noch nicht so klar und noch nicht so bewusst. Bei dem Herzinfarkt war es sogar so, da bin ich arbeitsmäßig so in die Klinik gegangen als hätte ich dort einen Auftrag, den ich nur noch abarbeiten muss. Viel härter hat es mich getroffen vor gut zwei Jahren, am 30.09.2009. Denn da habe ich meinen Schlaganfall erlitten. Das war richtig heftig, weil die Einschnitte, die dadurch entstanden sind, waren so massiv. Ich war eine Zeit lang klinisch tot. Meine Situation war auch so, dass ich dann halbseitig rechts gelähmt war und ich nicht laufen konnte. Ich konnte nicht mehr gehen, also nicht mehr gehen ist ja laufen. Die ganze Bewegungsmotorik, die war also so was von eingeschränkt, das war einfach für mich irgendwie so das Zeichen. Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt immer sehr intensiv gelebt. Ich war immer ein Workaholic und das bin ich auch heute noch so ein bisschen. Das mit dem Schlaganfall war dann einfach das Zeichen: Bursche, so geht dein Leben nicht weiter. Und das war auch das Signal und das habe ich auch mittlerweile verstanden und setze das auch deutlich um.

Joachim Lontke
Das Interview wurde am 16.04.2012 geführt.

Joachim Lontke ist 57 Jahre alt. Vor 9 Jahren erlitt er einen Herzinfarkt, ohne daraus Konsequenzen für seine Lebensweise zu ziehen. Seit er jedoch vor zwei Jahren einen schweren Schlaganfall erlitt, hat Joachim Lontke sein Leben grundlegend verändert. Er hat über 25 kg abgenommen, ernährt sich herzgesund und bewegt sich regelmäßig. Sein Arbeitspensum hat er ebenfalls drastisch reduziert und an einem Stressbewältigungskurs teilgenommen, um nicht mehr ständig unter Strom zu stehen. Für Joachim Lontke ist das Wichtigste in Bezug auf die Erkrankung, erkannt zu haben, dass er selbst dafür verantwortlich ist, wie er mit sich umgeht.

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