Patientenbeitrag

Die Gymnastikübungen behandelt Jürgen Thiele wie andere feste Termine in seinem Alltag


Also ich muss sagen, eigentlich bin ich faul, was sowas betrifft. Ich weiß auch, dass der Mensch eine feste Struktur braucht im Leben. Dann muss man sich selber einen Zwang schaffen, das durchzuziehen und das nicht nur drei Monate, sondern über Jahre. Ich möchte sagen, ich schlampe auch schon mal. Zum Beispiel, wenn wir eine Woche Faulenzerurlaub machen, was ganz selten vorkommt, das ist dann wirklich Faulenzerurlaub, da ist mein Bewegungsprogramm dann auch gestorben. Aber ansonsten sage ich “Heute ist Montag, Mittwoch, Freitag, das sind die drei Tage, und da machst du das”, diese Gymnastik ist eigentlich nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Das ist so ein leichter Zwang, das ist die Motivation, dass ich sage, ich hab hier einen festen Plan. Andere haben das Fitnessstudio und sagen, „ich hab da montags, mittwochs, freitags einen Termin“, da kenne ich auch ein paar Leute, „ich freue mich drauf“. Das habe ich ja nicht, ich bin dann alleine hier zu Hause und das ist dann wirklich so dieses Schema F. Das wird jetzt runter gearbeitet und fertig. Ich setze mir dann einfach ein Limit und wenn ich abends um 19/20 Uhr, wenn ich das dann nicht gemacht habe, dann mache ich das, fertig, Ende aus. Das ist wie: Dienstags kommt der Mülleimer, die Müllabfuhr, ich muss den montags abends rausstellen. Im Prinzip ist das das Gleiche. Oder wie auf Arbeit gehen. Wobei das jetzt ein krasser Vergleich ist. Es ist ein Unterschied, ob man 20 Minuten Gymnastik macht oder 8 Stunden arbeitet, aber ich muss das machen, fertig, Ende aus. Irgendwann macht man sich auch keine Gedanken mehr da drum, ob mir das Spaß macht oder nicht. Oder, wie: Einmal im Jahr muss die Hecke hier geschnitten werden. Mag ich nicht, hängt mir zum Hals raus, wuchert wie wild, das Zeug, aber einmal im Jahr muss es gemacht werden. Also sage ich, „dann machst du es“, dann mache ich das. Fertig. Und so ist das mit der Gymnastik auch.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.03.2011 geführt.

Jürgen Thiele ist 53 Jahre alt und hatte in den letzten fünfzehn Jahren zwei Herzinfarkte. Er hat das Rauchen und Trinken aufgegeben, seine Ernährung umgestellt und wandert viel.

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