Patientenbeitrag

Nach vielen Jahren anstrengender Selbstständigkeit hat Christoph Lange sein Pensum heruntergefahren



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Der klassische Stress: Anforderungen, Aufträge, Umsatz… Wenn man selbstständig unterwegs ist, und schauen muss, dass die Aufträge von Kunden kommen und so weiter, dann hat man ja keine Sicherheit. Jetzt bin ich eigentlich jemand, der sicherheitsorientiert ist. Natürlich, bei vier Kindern hat man auch eine entsprechende Verpflichtung. Da genügend zu verdienen, diese Verantwortung zu haben, das war zweifellos immer eine Stressquelle. Toi toi toi, es hat immer gereicht, um die Familie zu ernähren, aber es war natürlich Druck.

Ich konnte auch nicht nein sagen. Ich habe jeden Auftrag gemacht. Jetzt ist der Umsatz zurückgegangen und das ist gut so. Viele Dinge sind weggefallen, die auch keinen großen Spaß mehr gemacht haben. Jetzt sind es [nur noch] gute Aufträge, interessante Aufträge. Aber ich bemühe mich nicht mehr [um Kunden]. Ich mache keine Akquise, sondern ich lebe von Empfehlungen und das reicht gut aus, um gut über die Runden zu kommen. Insofern war die Krise für mich auch eine Chance. Meine innere Einstellung hat sich natürlich auch geändert. Ich überlege mir schon: „Will ich das noch machen? Ist das etwas, was ich interessant und lehrreich finde?“ Ich habe es in meinem Beruf dadurch reguliert, dass ich meine Preise nach oben angepasst habe. Weniger arbeiten zu höheren Preisen bringt interessantere Aufträge. Damit reguliert sich das. Früher wäre ich wahrscheinlich in die andere Richtung gegangen.

Christoph Lange
Das Interview wurde am 17.07.2012 geführt.

Christoph Lange ist 58 Jahre alt. Anfang 2010 erlitt er einen stummen Herzinfarkt, bei dem kaum Symptome auftreten, obwohl Blutgefäße weitgehend verschlossen sind. Daraufhin unterzog er sich einer OP und bekam Stents eingesetzt.

Die Erkrankung brachte ihn dazu, seinen Lebensstil zu überdenken. Er ernährt sich nach Ornish und hält sich durch tägliche Spaziergänge und kleine Tricks im Büroalltag in Bewegung. Um von seinem stressigen Beruf abzuschalten, betreibt er progressive Muskelentspannung und Yoga.

 

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