Patientenbeitrag

Viktor Öhme bemüht sich, nach Feierabend auch richtig abzuschalten



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In meinem Beruf ist es ja, dass man mit Kunden – es sind nicht alle einfache Kunden, der eine braucht mehr Nerven, der eine weniger Überzeugungskraft. Dann ist da der Faktor Verkehr, man sitzt ja auch im Auto viel, und man muss immer konzentriert sein. Und die Zeit ist zu kurz, weil immer, wenn man fährt, einmal Telefon und fahren und schauen und es ist alles… Und das ist auch hektisch. Bei uns geht ja alles auf Termine. Und die Termine werden ständig kürzer. Und natürlich baut sich da auch was auf. Das muss man auch abbauen dann.
Ich bin sehr genau und dann lebt man auch oft ein bisschen schwach. Bis das nicht… weil man hat dann so Vorstellungen, wie das muss ausschauen.
Und deswegen, das ist auch negativ für mich, weil ich kann mich nicht zur Ruhe setzen. Wenn ich was sehe, dann muss ich es zuerst erledigen. Und das ist nicht in allem das Beste. Da muss man auch dran arbeiten, dass man ein richtiges Maß an Gleichgültigkeit kriegt. Aber das ist nicht so einfach.
Manchmal sind es nicht so wichtige Sachen und genau die bewegen einem am meisten. Wo man so im Hinterkopf arbeitet, und das ist gar nicht so gut. Weil das sind dann die Auslöser. Und das passiert dann schon oft auch in der Nacht, wo man nicht schläft und man denkt, wenn man das macht und so… Das ist gar nicht gut, weil dann fährt man nicht mehr runter und man merkt gar nicht, dass das da alles ständig in Bewegung ist. Also der Muskel, der muss ständig arbeiten, weil da ist nie Ruhe. Und man merkt das auch innerlich, weil man so hart bleibt, so angespannt ist immer, Verspannungen hat. Das heißt, man kann sich nicht fallen lassen. Ja, das haben haben sie uns auch gezeigt, so richtig entspannen. Das ist ein Zustand, wo man richtig richtig wach ist dann. Das tut gut, aber das ist nicht gar nicht so einfach. Dass man an nichts denken kann. Irgendwas bleibt dann drinnen, aber dass man Tatsache mal sagt „jetzt hätte ich es fast verschlafen“. Da sagt man: „Ja jetzt habe ich total, jetzt war ich weg. Jetzt bin ich ganz runtergefahren.“ Wie beim Computer runterfahren. Aber das ist gar nicht so einfach. Und wenn man eben immer so ein bisschen heimkommt nach Hause und das läuft dann und man denkt dann, „oh, jetzt ist mir wieder was eingefallen“, das ist… Nicht, dass mir jetzt was eingefallen ist, da läuft es ständig, bist ständig unter Strom. Und das ist vielleicht das, was wir zu viel haben. Deswegen sage ich, man muss irgendwo einige [Zeit] weg von allem. Auch von der Familie muss man einen gewissen Abstand haben. Man braucht auch die Zeit für sich Tatsache alleine.

Viktor Öhme
Das Interview wurde am 09.07.2011 geführt.

Viktor Öhme ist 52 Jahre alt. Mit 50 hatte er seinen ersten Herzinfarkt, ein weiterer folgte ein Jahr später. In Folge dessen hat er seine Ernährung umgestellt und viel mehr Bewegung in seinen Alltag integriert. Er sagt, dass er heute einfach bewusster lebt.

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