Patientenbeitrag

Ludwig Stenzel hat gelernt, seine Grenzen zu erkennen und sich nicht zu überlasten



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Auch das muss man lernen. Bei mir zeigt es sich am deutlichsten, wenn ich kurzatmig werde. Das liegt zum Teil aber an den Medikamenten – ich bekomme also neben vielen anderen auch einen Betablocker und der Betablocker sorgt dafür, dass das Herz nicht überfordert wird. Wenn ich also drauf und dran bin, das Herz zu überfordern, dann sagt das einfach „nö nö, schneller pumpe ich nicht“. Ja ich kriege meinen Puls nicht über 110. Geht einfach nicht. Dann bleibt mir die Puste weg, dann kann ich einfach nicht mehr. Und dann weiß ich: Jetzt bist du an deiner Grenze, nun schalte mal einen Gang runter. Und allmählich lernt man das recht gut.
Es ist wahrscheinlich von Person zu Person sehr unterschiedlich. Bei mir ist es einfach dann die Atmung, dann habe ich Atemprobleme. Schon wenn ich meine tägliche Marschrunde mache: Wenn ich zu forsch gehe, fange ich an mit offenem Mund zu atmen, weil ich merke, aha irgendwie braucht der Körper mehr Sauerstoff. Und das Herz pumpt eigentlich nicht so schnell, wie es die Muskeln gern hätten. Ja und dann merke ich, aha jetzt bist du schon an der Grenze, gehe ruhig mal ein bisschen langsamer. Man lernt das im Laufe der Zeit und man hört dann auf seinen Körper. Das geht. Und bei anderen Tätigkeiten hier zu Hause, dann muss ich mir Zeit lassen. Aber das höre ich von anderen auch: Ein Rentner schafft noch alles im Laufe des Tages, er braucht nur doppelt so lange dafür. Das höre ich immer wieder.

Ludwig Stenzel
Das Interview wurde am 02.02.2012 geführt.

Ludwig Stenzel ist 82 Jahre alt. Nach einem Herzinfarkt vor 14 Jahren wurden ihm mehrere Stents eingesetzt. Ludwig Stenzel bewegt sich täglich und achtet auf eine maßvolle Ernährung.

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